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Panorama Ebola-Entwarnung in Berlin
Nachrichten Panorama Ebola-Entwarnung in Berlin
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17:39 19.08.2014
In Berlin gab es über mehrere Stunden den Verdacht auf Ebola. Quelle: dpa
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Berlin

Nach stundenlanger Anspannung hat es in Berlin eine erste Ebola-Entwarnung gegeben: Experten der Charité gehen davon aus, dass es sich bei der Fieberinfektion einer 30-jährigen Frau mit großer Wahrscheinlichkeit nicht um die gefährliche Viruserkrankung handelt. Sie hatte am Vormittag in einem Berliner Jobcenter über hohes Fieber geklagt. Die Behörde rief den Notarzt, weil sich die Frau eine Woche zuvor in Nigeria aufgehalten hatte. In Westafrika gibt es seit April den bisher größten bekannten Ebola-Ausbruch mit mehr als 1200 Toten. Ein Symptom für Ebola ist hohes Fieber.

Nach ersten Untersuchungen der Patientin an der Berliner Charité gehen die Mediziner nun aber von einer infektiösen Magen-Darm-Erkrankung aus, teilte die Charité am Nachmittag mit. Für den kompletten Ausschluss von Ebola wollen Ärzte, die auf Infektionen spezialisiert sind, aber noch eine Blutanalyse machen. Wann das Ergebnis dieses Bluttests feststehe, sei noch unklar, sagte eine Charité-Sprecherin. Genauere Angaben zur Herkunft der Frau machten die Behörden bisher nicht.

Gegen das gefährlich Virus spricht bisher auch, dass sich die Patientin bei ihrem Afrika-Besuch nicht in einem Ebola-Gebiet aufgehalten hat. In Teilen Westafrikas ist die Epidemie seit Wochen außer Kontrolle. Eine Einschleppung nach Europa gilt aber eher als unwahrscheinlich. Auch in Deutschland hat sich bisher kein Verdachtsfall bestätigt. Mit Notfallplänen für Seuchenalarm sind die deutschen Behörden nach eigenen Angaben aber gut für den Ernstfall gerüstet. Auch an der Charité gibt es eine Isolierstation, in der Ärzte Ebola-Patienten in Schutzanzügen behandeln können.

Die Berliner Patientin wurde nach dem Notruf des Jobcenters zuerst in einem Notarztwagen isoliert und später zur Untersuchung in die Infektionsabteilung des Virchow-Klinikums gebracht. Die Polizei riegelte danach die Zufahrten zum Krankenhaus ab, auf dem Gelände patrouillierte ein Sicherheitsdienst. Wegen des Ebola-Verdachts wurden auch sechs Menschen, die mit der Patientin Kontakt hatten, vorsichtshalber ins Krankenhaus gebracht. Es geht darum, möglichen Ansteckungen vorzubeugen. Alle anderen Besucher der Jobcenters, die zunächst im Haus bleiben mussten, durften das Gebäude nach rund zwei Stunden wieder verlassen, berichtete ein Feuerwehrsprecher.

Die Berliner Feuerwehr habe den Einsatz bei Ebola-Verdachtfällen seit Beginn der Epidemie in Westafrika geübt, sagte ein leitender Notarzt am Dienstag. Die Information Fieber in Kombination mit Afrika reiche im Moment schon für einen Einsatz aus. "Das ist dann aber erst der Verdacht auf einen verdachtsfall", sagte ein leitender Notarzt. Die ersten Anzeichen für Ebola sind mit hohem Fieber und Kreislaufproblemen ähnlich wie bei einer Grippe oder bei Tropenkrankheiten wie Malaria. Ebola ist aber weit weniger ansteckend als Grippe und kann nur durch den Kontakt mit den Körperflüssigkeiten eines Infizierten, die in Wunden oder Schleimhäute gelangen, übertragen werden.

dpa

84 Ebola-Tote in drei Tagen

In Westafrika ist das Ebola-Virus weiter auf dem Vormarsch: Allein vom 14. bis einschließlich 16. August starben 84 weitere Menschen an dem tödlichen Erreger, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Dienstag in Genf mitteilte. Damit stieg die Opferzahl in Liberia, Sierra Leone, Guinea und Nigeria auf insgesamt 1229.

Am schwersten von der Ebola-Epidemie betroffen ist laut WHO Liberia mit 53 weiteren Toten und 48 neuen Infizierten. Insgesamt starben in dem Land demnach bislang 466 Menschen, doch gehen die Experten davon aus, dass die WHO-Zahlen niedriger sind als die tatsächlichen.

Unterdessen tauchten 17 nach der Erstürmung und Plünderung einer Isolierstation für Ebola-Kranke in Liberias Hauptstadt Monrovia geflohene Patienten wieder auf. Die Vermissten hätten sich in einem Krankenhaus der Hauptstadt gemeldet, sagte Informationsminister Lewis Brown. In der Nacht zum Sonntag hatte eine Menge überwiegend junger Leute im Armenviertel West Point die kürzlich in einer Schule eingerichtete Krankenstation gestürmt.

afp

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