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Saudi-Arabien verbietet "Pokémon Go"

Fatwa bestätigt Saudi-Arabien verbietet "Pokémon Go"

Der Hype um "Pokémon Go" hat längst auch islamische Länder erfasst. In Saudi-Arabien schiebt die höchste islamische Institution des Landes nun einen Riegel davor: Per Fatwa wurde "Pokemon" als Glücksspiel abgestempelt – und ist damit verboten. Drei "Pokémon Go"-Spieler wurden bereits verhaftet.

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Als Glücksspiel gebrandmarkt - und deswegen in Saudi-Arabien verboten: "Pokémon Go".

Quelle: dpa

Riad. Noch ist "Pokémon Go" in Saudi-Arabien offiziell gar nicht zu haben, doch vorsichtshalber hat die oberste religiöse Instanz des Landes eine 15 Jahre alte Fatwa zum Vorgänger des Smartphone-Spiels wieder aufgelegt.

Der Ständige Ausschuss für Forschung und Fatwas stellte das islamische Rechtsgutachten von 2001 am Mittwoch auf seine Website, nachdem es nach eigenen Angaben wegen des Spiels zahlreiche Anfragen erhalten hatte.

"Pokémon Go"-Spieler am Flughafen verhaftet

Drei jungen Männer wurde die Fatwa bereits zum Verhängnis: Sie waren auf dem Parkplatz eines Flughafen in der Stadt Dschasan auf der Suche nach Pokémon-Monster, als sie von Sicherheitskräfte festgenommen wurden. Die drei Männer wurden laut der saudische Nachrichtenseite Al-Muwatin den Ermittlern übergeben. Unklar ist, welche Strafen ihnen droht.

In der Fatwa wird Pokémon mit einem Glücksspiel verglichen. Weiter heißt es, die Figuren schienen auf der Evolutionslehre von Charles Darwin zu basieren - beides wird vom Islam kritisch gesehen. Auf den meisten Pokémon-Sammelkarten seien zudem Symbole „abtrünniger“ Religionen wie das Kreuz und der Davidstern zu sehen. Das alte Gutachten bewertet das Spiel insgesamt als „unislamisch“, da es „Vielgötterei“ enthalte.

Auch wenn "Pokémon Go" in dem streng islamischen Königreich noch gar nicht auf dem Markt ist, haben sich zahlreiche Saudi-Araber bereits illegal die App heruntergeladen. Einige aber fragten sich offenbar, ob die App mit dem Islam vereinbar ist.

Heikle Situationen mit "Pokémon Go"

Der Hype um das Smartphone-Spiel "Pokémon Go" führt immer wieder zu heiklen Situationen - mal vorsätzlich, mal unabsichtlich. Wir nennen einige Beispiele:

  • In Guatemala wurde ein 18-Jähriger offenbar mit Hilfe der App in einen Hinterhalt gelockt und erschossen.
  • In den USA haben Jugendliche die App für diverse Überfälle missbraucht.
  • In Niedersachsen suchten Fans des Spiels ausgerechnet auf einem Truppenübungsplaz mit ihren Handys nach den kleinen virtuellen Monstern - und gerieten in eine Schießübung der Bundeswehr.
  • Darüber hinaus mussten "Pokémon Go"-Spieler bei der Suche bereits manch grausige Entdeckungen machen. In Dänemark hat eine Mann eine Leiche an einem Abwasserkanal gefunden. Im US-Bundesstaat Wyoming eine 19-jährige Spielerin eine Leiche in einem Flussbett.
  • Ein Dauerthema ist der Umgang von "Pokémon Go" im Straßenverkehr. In mehreren Ländern gibt es Berichte über Unfälle: Bei New York setzte sich ein 28-Jähriger in sein Auto, um möglichst schnell und viele der virtuellen Pokémon-Figuren zu sammeln - und raste vor einen Baum.
  • Die US-Polizei appellierte bereits an alle "Pokémon Go"-Spieler, beim Spielen den "gesunden Menschenverstand" nicht auszuschalten. Auch die Polizei in Berlin warnte auf Facebook vor der Ablenkungsgefahr in Verbindung mit dem Straßenverkehr.

afp/dpa/RND/zys

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