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Panorama Neuer Teleshopping-Sender verkauft nur Waffen
Nachrichten Panorama Neuer Teleshopping-Sender verkauft nur Waffen
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00:16 15.04.2016
Von Stefan Koch
Waffen bestellen live im Fernsehen – Gun TV macht’s möglich. Quelle: Gun TV/Screenshot
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New York

Welche Pistole lässt sich gut in einer Damenhandtasche verstauen? Und welche Farbe passt zu einem Revolver, den die Frau von Welt vor allem abends mit sich trägt? Antworten auf solche Fragen finden sich jetzt im amerikanischen Gun TV. Der neue Teleshopping-Sender beschäftigt sich 24 Stunden am Tag mit scheinbar unendlichen Details zu Waffen, die per Gun-TV-Hotline günstig zu bestellen sind.

Die Moderatoren sind auf den ersten Blick eher klassisch gekleidet: Der ältere Herr, der am Dienstag einen "Taurus"-Revolver, neun Millimeter, präsentiert, trägt Cowboyhut, Holzfällerhemd, breite Gürtelschnalle und Jeanshose. Die junge Frau, die ihm interessiert Fragen stellt, trägt ein weißes Rüschenhemd, über das ihre langen blonden Haare fallen. Man muss schon genau hinschauen, um die Besonderheiten zu erkennen: An der Halskette der Moderatorin baumelt eine Patrone.

"Wir reagieren nur auf den Bedarf"

Der Zuschauer erfährt, dass er sich beim Kauf zunächst für eine Kategorie entscheiden sollte. Wünscht er sich ein Gewehr zur Erholung? Oder eher zur persönlichen Sicherheit? Oder vielleicht doch nur zur Hirschjagd? Valerie Castle, die zu den Gründern von Gun TV zählt, hebt den Servicecharakter des Kanals hervor: "Wir reagieren nur auf den Bedarf, den es bei den Kunden gibt."

Gun TV findet sich seit diesem Monat im Internet und in diversen örtlichen  Fernsehnetzen. Ihren ursprünglichen Plan, das Programm bereits im Dezember zu starten, hatten die Waffenfreunde verschoben. Ob das Werbeumfeld nicht passend war, so unmittelbar nach dem Angriff auf San Bernardino, bei dem 14  Menschen erschossen und 21 schwer verletzt wurden?

Schon 3000 Menschen 2016 gestorben

Dank des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers Donald Trump steht dem Konsum nun aber nichts mehr im Weg. Der New Yorker Geschäftsmann empfiehlt regelmäßig den Kauf einer Waffe. Seine Begründung: Ein böser Mensch mit einer Waffe lässt sich nur von einem guten Menschen mit einer Waffe stoppen.

Manchmal, das räumen sogar Waffennarren ein, geht auch ein Schuss daneben: Seit Jahresbeginn kam es in den USA zu 13.000 Unfällen mit Waffen, denen mehr als 3000 Menschen zum Opfer fielen. Allein am Montag dieser Woche starben zwölf Menschen durch Schusswaffen.

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