Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Etwa 60 Tote im Himalaya befürchtet
Nachrichten Panorama Etwa 60 Tote im Himalaya befürchtet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:40 19.10.2014
Rettungskräfte konnten rund 400 Menschen in Sicherheit bringen - für etwa 60 Bergsteiger kam jede Hilfe zu spät. Quelle: dpa
Anzeige
Kathmandu

Nach dem gewaltigen Schneesturm in den Himalaya-Bergen befürchten die Rettungskräfte fast 60 Tote. Es gebe fünf Tage nach dem Kälteeinbruch und den Lawinenabgängen keine Hoffnung mehr für die Vermissten, sagten die Behördenchefs der beiden betroffenen Distrikte Mustang und Manang am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa. Bislang wurden 39 Leichen entdeckt.

19 Menschen würden noch vermisst, sagten sowohl die Distriktchefs als auch Ramesh Dhamala, Vorstandsmitglied im Verband der Trekkingagenturen in Nepal (TAAN). Tagelang war über die Vermisstenzahl gerätselt worden. Über mögliche deutsche Opfer gibt es keine offiziellen Angaben. Unter den Geretteten waren laut TAAN mindestens 18 Deutsche. Der Schneesturm war am Dienstag überraschend über das Zentrum Nepals hereingebrochen. Hunderte Wanderer waren da gerade auf der beliebten zwei- bis dreiwöchigen Annapurna-Runde unterwegs. Die Helfer schlossen ihre Rettungs- und Bergungsarbeiten am Wochenende nach und nach ab. Fast 400 Menschen brachten sie in Sicherheit. "Wir werden noch eine finale Suchaktion von der Manaslu-Region aus starten", erklärte Dhamala. Helikopter der Armee, der Behörden und von privaten Organisationen waren zusammen im Einsatz. Auch schickte die Armee Soldaten zu Fuß los, um die Wege abzugehen, auf denen teils meterhoch Schnee lag.

Besonders viele Menschen starben am Thorong-Pass, der mit 5416 Metern höchsten Stelle des Rundwegs. Die meisten der Toten sind Nepalesen; unter den verstorbenen Touristen sind Wanderer aus Kanada, Polen, Israel, der Slowakei, Indien, Vietnam und Japan. Im Gebiet rund um den Thorong-Pass würden noch elf Menschen gesucht, sagte Devendra Lamichanne, Chef des Distrikts Manang. Es handele sich um Kanadier, Nepalesen, Inder und einen Japaner. Im benachbarten Distrikt Mustang wurden alle bis auf acht Menschen gefunden. "Wir konnten zu den acht Nepalesen im Hidden Valley allerdings schon Kontakt herstellen", sagte Baburam Bhattarai, Behördenchef von Mustang. Ein spezieller Hubschrauber für große Höhen sei notwendig, um sie ins Tal zu holen.

Auf nicht offiziellen Listen im Internet suchen Angehörige und Freunde noch nach Dutzenden Vermissten. Allerdings gibt es im Himalaya oft keinen Handy-Empfang und keine Telefone, so dass es für die Reisenden schwierig ist, Kontakt zu Bekannten und Verwandten Zuhause herzustellen. Außerdem kappte der Sturm zahlreiche Leitungen. Wanderer veröffentlichten Fotos, auf denen umgekippte Masten zu sehen sind. Zahlreiche Gerettete, die Frostbeulen davontrugen oder sogar Finger und Zehen verloren, werden in Nepals Krankenhäusern behandelt. Viele sind psychisch angeschlagen. "Ich bin jetzt hier sicher, aber ich komme nicht zur Ruhe", sagte ein Schweizer Wanderer. Er erreichte mit seinem Bergführer rechtzeitig tiefere Gegenden - aber verlor einige seiner Kameraden auf dem Weg.

Nepals Parlament beauftragte die Regierung damit, gegen Trekkingagenturen vorzugehen, die Wanderer in das schlechte Wetter hinausschickten. Außerdem solle herausgefunden werden, was getan werden könne, um die Sicherheit der Touristen zu verbessern. Allein auf dem Annapurna-Rundweg sind jedes Jahr 10 000 bis 15 000 Wanderer unterwegs. Dhamala vom Trekkingagenturen-Verband TAAN forderte, die Regierung solle nur noch denjenigen Wanderern eine Genehmigung ausstellen, die einen professionellen Bergführer anheuern.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Panorama Der goldene Oktober geht zu Ende - Schneeflocken am Mittwoch?

Tief "Noa" macht dem sonnigen und goldenen Oktober in Deutschland ein Ende - am Mittwoch kann es in den Mittelgebirgen sogar schneien. Der Wetterumschwung macht sich von Montag an mit Orkanböen bemerkbar.

19.10.2014
Panorama Erinnerungsstücke von der „Titanic“ - Rostiger Schlüssel für 78.000 Euro versteigert

„Hinter jedem Stück steckt eine erstaunliche Geschichte“: Erinnerungsstücke von der „Titanic“ haben bei einer Auktion in Großbritannien reißenden Absatz gefunden. Unter anderem kam eine Speisekarte unter den Hammer.

19.10.2014
Panorama Zwei Tote und 47 Verletzte in Brandenburg - Reisebus stößt frontal mit Auto zusammen

Sie wollen nach Polen zum Einkaufen – und geraten in einen schweren Unfall. Ein Reisebus mit dutzenden Touristen aus Sachsen-Anhalt verunglückt im brandenburgischen Havelland. Der Busfahrer hatte wohl keine Chance. Zwei Menschen sterben.

19.10.2014
Anzeige