Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Evangelischer Kirchentag in Dresden beginnt

Glaubensfest Evangelischer Kirchentag in Dresden beginnt

Dresden hat sich geschmückt, überall ist das in Pink gehaltene Logo des Evangelischen Kirchentages ein Blickfang. Fünf Tage lang wollen Gläubige aus ganz Deutschland diskutieren, streiten, Spaß haben. Zum Auftakt kommt der Bundespräsident.

Voriger Artikel
An der Unschuld von Kachelmann bleiben trotz Freispruchs Zweifel
Nächster Artikel
Phaeno mit neuer Show „Spiel und Bewegung“

In Dresden hat am Mittwoch der 33. Deutsche Evangelische Kirchentag begonnen.

Quelle: dpa

Weiße Zelte, pinkfarbene Fahnen, Plakate und ein riesiges Kreuz im Canaletto-Panorama: In Dresden beginnt heute (Mittwoch) der 33. Deutsche Evangelische Kirchentag. Zur Eröffnung des fünftägigen Glaubensfestes sind am Abend zeitgleich drei Gottesdienste am Elbufer sowie auf dem Alt- und dem Neumarkt geplant.

„Wir sind schon bei 120.000 Dauerteilnehmern, dazu kommen spontane Tagesbesucher“, sagte Kirchentagspräsidentin Katrin Göring-Eckardt der Nachrichtenagentur dpa. „Ich bin total aufgeregt und gleichzeitig hocherfreut.“ Die Resonanz sei viel höher als erwartet.

„Wir fühlen uns für den Ansturm gewappnet“, sagte Pressesprecher Hubertus Grass. Private Gastgeber haben knapp 10.000 Betten bereit gestellt, zudem stehen fast 45 000 Übernachtungsplätze in Schulen und anderen Gemeinschaftsquartieren in und um Sachsens Landeshauptstadt zur Verfügung. Viele der rund 5000 Helfer aus ganz Deutschland sind bereits am Wochenende angereist, darunter auch 5000 Besucher aus Osteuropa. 1100 akkreditierte Journalisten aus dem In- und Ausland berichten über das protestantische Laientreffen.

Zur Eröffnung wird heute Abend Bundespräsident Christian Wulff in Dresden erwartet. Das Staatsoberhaupt will dann tags darauf mit jungen Deutschen ausländischer Abstammung und Experten aus Verbänden und Wissenschaft über Integration diskutieren. Auch Kanzlerin Merkel kommt zum Kirchentag. Sie nimmt am Samstag an einer Diskussionsrunde mit dem Titel „Auf dem Weg zu einer neuen Weltordnung“ teil.

Mit der Zukunft der Atomkraft, der Integration von Zuwanderern und einem neuen Verständnis von Wachstum stehen bis Sonntag brandaktuelle gesellschaftliche Themen auf der Kirchentagsagenda. Bei den rund 2350 Veranstaltungen geht es um den Atomausstieg, die Revolutionen im arabischen Raum, aber auch um Glauben, Ökumene und gesellschaftliches Miteinander. Der Kirchentag wird alle zwei Jahre in einer anderen Stadt organisiert und steht diesmal unter der Losung “ ... da wird auch dein Herz sein“.

Kirchentag wird wieder politischer

Der Wittenberger Theologe Friedrich Schorlemmer zeigt sich erfreut darüber, das der Kirchentag wieder politischer als zuletzt sei. Das Christentreffen knüpfe wieder an die großen Themen gesellschaftlichen Themen der 80er Jahre wie Frieden, Umweltschutz oder Atomausstieg an, sagte Schorlemmer der „Leipziger Volkszeitung“ (Mittwoch). Er erwarte beim Kirchentag harte Debatten darüber, denn: „Wir gießen manchmal zu oft süße Soße über die Probleme.“

Ein Schwerpunkt des Treffens ist die Bibelarbeit. Bei zahlreichen Veranstaltungen hoffen die Gläubigen auf neue Impulse für ihr Gemeindeleben. Dabei werden auch schwierige Fragen nicht ausgeklammert: Der ökumenische Dialog mit der Katholischen Kirche gehört dazu, der zuletzt kaum Fortschritte brachte und mit Blick auf das 500. Reformationsjubiläum 2017 von wachsender Bedeutung ist. Um das Verhältnis von Christen zu Muslimen und Juden geht es ebenfalls.

„Die Leute wollen diskutieren, und wir leben in einer Zeit, in der angesichts der Krisen in der Welt auch Glaubensfragen gestellt werden“, sagte Präsidentin Göring-Eckardt. In einer Region, wo Gläubige in der Minderheit seien, wolle der Kirchentag zudem bei denen, die bisher nichts mit dem Christentum zu tun haben, Neugier auf den Glauben wecken. „Ein Drittel der Besucher kommt ja aus Ostdeutschland, so viele wie lange nicht mehr zu einem Kirchentag.“ Göring-Eckardt sieht das Glaubensfest daher auch als wichtigen Impuls „für die ostdeutschen Landeskirchen und die Kirche insgesamt“.

Wettertechnisch bleibt den Organisatoren allerdings nur die Hoffnung. Für den Auftakt sind leichter Regen und kühle 17 Grad angesagt. Schlechtwettervarianten für die Veranstaltungen unter freiem Himmel sind nicht vorgesehen, sagte Kirchentagssprecher Grass. „Es findet alles so wie geplant statt.“ Im Zweifel helfen Schirme - oder Gebete.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Frauenkirche ist der Star
Foto: In einer langen Schlange warten am Freitag vor der Frauenkirche Gäste auf Einlass. Der 33. Deutsche Evangelische Kirchentag findet noch bis Sonntag in Dresden statt.

Die Frauenkirche ist ein, sie ist vielleicht sogar das Wahrzeichen Dresdens. Auch im vergangenen Jahr besuchten sie wieder zwei Millionen Menschen aus aller Welt. Die Gottesdienste sind immer bestens besucht. Nicht selten hat Pfarrer Sebastian Feydt am Sonntagmorgen vor 1000 Menschen zu predigen

mehr
Mehr aus Panorama
Die schöne Seite des Herbstwetters: Regenbogen über Hannover.
Augenblicke: Bilder aus Hannover und der Welt

Klicken Sie sich durch spektakuläre Fotos – ausgewählt von der HAZ-Redaktion.