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"Dass sowas abstürzt, ist völlig unerklärlich"

Brücken an der A7 stürzt ein "Dass sowas abstürzt, ist völlig unerklärlich"

Nach dem Brückeneinsturz an der A7 in Bayern läuft die Suche nach der Ursache auf Hochtouren. Experten durchsuchen die Trümmer, in denen am Mittwoch ein Bauarbeiter ums Leben kam und mehrere verletzt wurden.

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Bis Mittwoch Nachmittag liefen die Arbeit am Brückenneubau an der A7 ganz normal. Kurz nach 16 Uhr geschah dann das Unfassbare.

Quelle: dpa

Werneck. Aus dem Betonpfeiler gegenüber ragen Metallstreben wie aus einer Pusteblume heraus. Dazwischen ein Trümmerfeld von Schutt, verbogenen Absperrungen und Gerüststäben. An dieser Stelle neben der A7 in Unterfranken ist am Mittwoch ein Bauarbeiter ums Leben gekommen - weil ein Teil einer neu gebauten Autobahnbrücke einstürzte. Nach Angaben des bayerischen Innenministeriums wurden 15 Menschen verletzt, davon sechs schwerst.

Baustelle wird behandelt "wie ein Tatort"

"Ich hab' sowas noch nie gesehen, sowas noch nie erlebt, ein richtiges Trümmerfeld, wie wenn in einem Gebäude die Bomben einschlagen", sagte Gerhard Eck, Staatssekretär im Ministerium.

In Bayern ist eine neue Autobahnbrücke auf der A7 teilweise eingestürzt. Mehrere Bauarbeiter wurden verletzt und getötet. Die Ursache des Unglücks war zunächst unklar.

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Nachdem am Mittwoch die Suche nach Opfern im Vordergrund stand, läuft nun die Suche nach der Ursache für den Brückeneinsturz auf Hochtouren. Die Baustelle ist weiträumig abgesperrt, die Polizei behandelt sie "wie ein Tatort, an dem nichts verändert werden kann", wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Unterfranken sagte.

Staatssekretär: Baufirma hat einwandfreien Ruf

In der Nacht nahmen sich Spezialisten die Unglücksstelle vor. Und sie wurden fündig: Es seien weitere Informationen gesammelt worden, um mögliche Fehler zu erörtern, wie ein Polizeisprecher vorsichtig formulierte.

Schon am Mittwochabend waren Sachverständige und Vertreter der Baufirma zur Unfallstelle gekommen. Bei der Baustelle handle es sich um ein sogenanntes aufgelagertes Betoniersystem, von unten aufgebaut mit Schalung.

"Dass sowas abstürzt, ist völlig unerklärlich", sagte der gelernte Maurer und frühere Bauleiter Eck. "Und auch die Baufirma genießt einen einwandfreien Ruf", betonte er. "Es stehen alle Fachleute hier und sind sprachlos."

Bislang keine Konsequenzen

Konsequenzen für andere Baustellen hat das Unglück zunächst nicht. Man dürfe jetzt "keine Unsicherheit verbreiten", sagt Staatssekretär Eck. Es müsse sorgsam aufgearbeitet werden, was genau passiert ist. "Wenn's denn dann Fehler waren, menschliche Fehler, technische Fehler, dann muss das einfach bis ins feinste Detail geklärt sein." Danach könne über weitere Konsequenzen gesprochen werden.

Die Talbrücke Schraudenbach nahe Werneck (Landkreis Schweinfurt) wird seit 2015 neu gebaut, danach soll die alte Brücke abgerissen werden. Bis Mittwoch Nachmittag liefen die Arbeit ganz normal. Kurz nach 16 Uhr geschah dann das Unfassbare: Ein frisch betoniertes, komplettes Bauteil der neuen Brücke löst sich und stürzt in die Tiefe. 40 Meter Fahrbahn zwischen zwei Pfeilern brechen ein. Zu dieser Zeit arbeiten nach Angaben der Polizei rund 20 Menschen auf der Baustelle. Viele von ihnen werden verschüttet, als die Betonmassen zusammenbrechen.

Im Januar war bekannt geworden, dass jede vierte Brücke in Bayern saniert werden muss. Bei der Schraudenbach-Brücke an der wichtigen Nord-Süd-Verbindung A7 war mit einem Ersatzneubau schon begonnen worden. 

zys/dpa/RND

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