Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Münchner Amokläufer war wohl ein Rechtsextremist
Nachrichten Panorama Münchner Amokläufer war wohl ein Rechtsextremist
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:36 27.07.2016
Der Amokläufer aus München hatte laut "FAZ" rechtsextreme Gedanken Quelle: dpa
Anzeige
München

Der Münchner Amokläufer hatte laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" eine rechtsextremistische Weltsicht. Türken und Araber habe der Deutsch-Iraner gehasst und ihnen gegenüber ein "Höherwertigkeitsgefühl" gehegt, zitiert das Blatt Sicherheitskreise. Das Bayerische Landeskriminalamt wollte dies nicht bestätigen, das Innenministerium äußerte sich am Mittwoch zunächst nicht.

Auch die Staatsanwaltschaft München I machte keine Angaben: "Wir prüfen die Motivlage des Amokschützen in alle Richtungen und mit allen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten", hieß es lediglich. "Wir haben hier eine größere Datenmenge zu bewältigen und können uns daher noch keine Aussage dazu erlauben, was höchstwahrscheinlich ein Motiv gewesen sein könnte." Die Behörde sprach von einer Datenmenge im Terabyte-Bereich. Sie geht davon aus, dass sich die Ermittlungen noch mehrere Monate hinziehen können.

Politischer Hintergrund bislang ausgeschlossen

Alles zum Amoklauf in München

So hilfsbereit reagiert das Netz nach dem Amoklauf.

Diese Fotos aus der Münchner Terrornacht sind fake.

GdP: Wir müssen dringend mehr Polizei auf die Straße bringen.

Amokexperte über Münchner Schützen: Täter meinen, sie müssten die Welt retten.

Deutschlands härteste Polizeitruppen.

Alle Geschehnisse können Sie in unserem Liveticker nachlesen.

Der 18-Jährige hatte am vergangenen Freitag neun Menschen erschossen und sich selbst getötet. Die meist muslimischen Opfer haben Migrationshintergrund mit Wurzeln etwa in der Türkei oder dem Kosovo. Einen politischen Hintergrund hatten die Ermittler bislang ausgeschlossen und auf psychische Probleme des Schülers verwiesen.

Was bislang über den 18-jährigen Deutsch-Iraner bekannt ist, lässt aber rechtes Gedankengut nicht unwahrscheinlich erscheinen. Der Schüler war von dem rechtsextremen Attentäter Anders Behring Breivik aus Norwegen fasziniert. Sein Amoklauf in München ereignete sich genau fünf Jahre nach dem Blutbad vom 22. Juli 2011, bei dem Breivik in Oslo und auf der Insel Utøya 77 Menschen umgebracht hatte. Laut "FAZ" war der Täter auch stolz auf sein Geburtsdatum - den 20. April, an dem auch Adolf Hitler geboren wurde.

Stolz auf Herkunft

Wie die Zeitung berichtet, stammen Aussagen über die Begeisterung des Amokläufers für Hitler Sicherheitskreisen zufolge aus dem engsten Umfeld des Täters. Auch sei der deutsch-iranische Täter stolz darauf gewesen, als Iraner und als Deutscher "Arier" zu sein.

Der Iran gilt als Heimat der Arier, eines zentralasiatischen Volkes mit indogermanischer Sprache. Die Nationalsozialisten machten aus dem Begriff "Arier" eine Bezeichnung für eine aus ihrer Sicht "überlegene Rasse".

Gesichert ist auch, dass der 18-Jährige nach Ego-Shooter-Spielen wie Counterstrike süchtig war, bei denen Spieler in virtuellen Welten Gegner niederschießen. Laut "Spiegel Online" gab er sich dabei Namen wie "Hass" oder "Amoklauf" und schockierte seine Mitspieler mit fremdenfeindlichen Äußerungen vor allem gegenüber Türken. Dazu passen Äußerungen in einem Video, das nach der Tat durchs Netz kursierte und in dem ein erregter Wortwechsel zwischen zwei Männern zu hören ist, unter anderem "Ich bin Deutscher" und "Scheißtürken!".

dpa

Panorama Amoklauf in Ludwigsburg geplant? - Waffen gefunden: Polizei verhaftet 15-Jährigen

Anschläge und Amokläufe erschüttern Deutschland. Nun wird ein Jugendlicher in Ludwigsburg festgenommen. Haben die Ermittler eine weitere grausame Bluttat verhindert?

27.07.2016
Panorama Keine Explosion: Polizei gibt Entwarnung - Aufregung um brennenden Koffer in Zirndorf

Helle Aufregung um einen brennenden Koffer: Dieser wird in der Nähe einer großen Flüchtlingseinrichtung im mittelfränkischen Zirndorf gefunden. Nun sucht die Polizei die Besitzer des Koffers.

27.07.2016

Dänemark braucht mehr Babys. Ungeniert forderte das öffentliche Fernsehen die Dänen deshalb im letzten Herbst auf, sich im Bett mehr ins Zeug zu legen. Die Kampagnen scheinen gefruchtet zu haben.

27.07.2016
Anzeige