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FBI erklärt Blutbad zum Terrorakt

Attacke von San Bernardino FBI erklärt Blutbad zum Terrorakt

Nach den tödlichen Schüssen in San Bernardino bleiben viele Fragen ungeklärt: Das FBI ermittelt wegen des Verdachts auf Terrorismus. Präsident Obama fordert erneut schärfere Waffengesetze – und bekommt auf ungewöhnliche Weise Unterstützung.

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Diese Waffen kamen bei den Tätern zum Einsatz.

Quelle: dpa

San Bernardino. Nach dem Blutbad von San Bernardino in Kalifornien ermittelt die US-Bundespolizei FBI wegen Terrorismus. Die beiden Schützen – ein Ehepaar – hatten dort 14 Menschen ermordet und 21 verletzt, bevor sie selbst auf der Flucht von der Polizei getötet wurden. Die Tat und die Motive geben aber weiterhin Rätsel auf.

In San Bernardino herrschte am Freitagabend (Ortszeit) vorübergehend Alarmstimmung. In einer Einrichtung des Pakettransportdienstes UPS wurde ein an den Täter Syed Farook gerichtetes Päckchen gefunden und das Gebäude evakuiert. Bombenspezialisten gaben dann aber Entwarnung: Das Paket enthielt Kleidungsstücke, wie die "Los Angeles Times" berichtete.

US-Präsident Barack Obama forderte erneut schärfere Waffengesetze. Unterstützung erhielt er auf ungewöhnliche Weise von der "New York Times": Zum ersten Mal seit 1920 veröffentlichte das Blatt auf seiner Titelseite einen Leitartikel – und äußerte darin Empörung über die Untätigkeit des Kongresses.

Erneut ist es in den USA zu einer schweren Schießerei gekommen. In der kalifornischen Stadt San Bernardino haben drei Täter ein Blutbad angerichtet. 14 Menschen wurden in einer Sozialeinrichtung getötet, 17 weitere wurden verletzt. Zwei mutmaßliche Angreifer wurden von der Polizei nach einer Verfolgungsjagd erschossen.

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Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) erklärte am Samstag über ihren Radiosender Al-Bajan, "zwei Unterstützer" hätten den Anschlag verübt. Die Täter wurden aber nicht als Mitglieder oder wie ansonsten häufig üblich als "Soldaten des Kalifats" bezeichnet.

Das FBI geht zwar von einem Terrorakt aus, hat aber zunächst keine direkte Verbindung zum IS oder einer anderen Gruppe festgestellt. "Wir haben solche Hinweise derzeit nicht", sagte FBI-Direktor James Comey in Washington. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass die Täter Farook und Tashfeen Malik (beide Ende 20) vom internationalen Terror inspiriert worden seien. 

Nach Medienberichten soll die aus Pakistan stammende Frau dem IS in einem Facebook-Beitrag Gefolgschaft versprochen haben. Einem Facebook-Sprecher zufolge wurde das entsprechende Profil mit dem Eintrag inzwischen entfernt, wie die "Los Angeles Times" berichtete.

Die Angehörigen von Farook wussten nach Angaben ihrer Anwälte nichts von angeblichen Verbindungen zu Terrorgruppen. Sie hätten keinerlei Anzeichen für extremistische Ansichten gesehen, sagte der Anwalt David Chesley am Freitag in Kalifornien. Die Familie, darunter zwei Schwestern und der Bruder von Farook, seien von der Bluttat total schockiert gewesen. Die Familie und die Anwälte würden eng mit dem FBI kooperieren.

Angehörige von Farooks Frau und Sicherheitskreise in Islamabad berichteten, Malik stamme aus einer sunnitischen Familie in der pakistanischen Provinz Punjab. Diese habe sich zunehmend radikalisiert, vor allem nachdem die Familie dem Vater nach Saudi-Arabien gefolgt sei, sagte ein Onkel der Deutschen Presse-Agentur.

Malik wurde von den Anwälten als "fürsorgliche Hausfrau" beschrieben. Sie habe eine Burka getragen und traditionell gelebt. Die Geschwister von Farook hätten sonst nicht viel über sie gewusst. Das Paar hatte eine gemeinsame, erst sechs Monate alte Tochter.

Die 14 Todesopfer in der Sozialeinrichtung in San Bernardino waren zwischen 26 und 60 Jahre alt. Die meisten arbeiteten für den Bezirk. Unter den Opfern waren eine 46-jährige gebürtige Iranerin, ein sechsfacher Familienvater und ein Mann, der in der Einrichtung ein Café betrieb.

Obama sagte in seiner wöchentlichen Rundfunkansprache, die Tragödie zeige, dass es zu leicht für gefährliche Menschen sei, an Waffen zu kommen. Derzeit könnten Personen, die auf einer Flugverbotsliste stünden, ohne Probleme Waffen erwerben. "Das ist wahnwitzig."

Im Leitartikel der "New York Times" hieß es: "Es ist ein moralischer Frevel und eine nationale Schande, dass Zivilisten legal Waffen kaufen könne, die darauf angelegt sind, Menschen mit brutaler Geschwindigkeit und Effizienz zu töten."

dpa

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