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Eltern zu lebenslanger Haft verurteilt

Mord an Facebook-Kontakt Eltern zu lebenslanger Haft verurteilt

Ein Elternpaar aus Eschweiler bei Aachen dachte, ihre zwölfjährige Tochter werde auf Facebook von einem Pädophilen belästigt. Zusammen mit einem Bekannten töteten sie den unschuldigen Mann. Jetzt wurden sie zu lebenslanger Haft verurteilt.

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Im Prozess um den Mord eines 29-Jährigen wurden ein Elternpaar (Foto) und ein Helfer zu lebenslanger Haft verurteilt.

Quelle: dpa

Aachen. Für die Ermordung eines unschuldigen Mannes, der im Internet Kontakt zu einer Zwölfjährigen aufgenommen hatte, sind deren Eltern und ein Helfer zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Sie hätten einen völlig falschen Verdacht gehabt, stellten die Richter am Dienstag bei der Urteilsverkündung fest.

Tat unter Drogeneinfluss begangen

Die Eltern hätten dem ihnen unbekannten 29-Jährigen unterstellt, dass er ein Pädophiler sei und bei einem früheren Kontakt über Facebook Nacktfotos ihrer Tochter erschlichen habe. Mit der Hilfe einer Bekannten hätten die Drei – der 39 Jahre alte Vater, die 31 Jahre alte Ehefrau und ein 26 Jahre alter Freund der Familie – den Mann im August letzten Jahres in Eschweiler bei Aachen in einen Hinterhalt gelockt, um ihn zu töten. Vorher hätten sie reichlich Alkohol und Drogen konsumiert.

Der Vater habe den jungen Mann mit einem Bajonettmesser erstochen. Für ihn stellten die Richter die besondere Schwere der Schuld fest. Damit kann er nicht schon nach 15 Jahren einen Antrag auf vorzeitige Haftentlassung stellen. Eine Bekannte, die sich als Lockvogel mit dem Opfer an der entlegenen Stelle verabredet hatte, wurde zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft wegen Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung verurteilt. Freigesprochen wurde ein Mitangeklagter, der während der Tat auf die Kinder des Elternpaares aufgepasst hat.

Opfer war geistig behindert

Bei dem Opfer handelte es sich um einen 29-Jährigen mit geistiger Behinderung, der in einer Behindertenwerkstatt arbeitete. Er suchte eine sexuelle Beziehung zu einer erwachsenen Frau. Mit "Wie geht es Dir?", versuchte er im Sommer letzten Jahres eine Kontaktaufnahme zu dem Mädchen über Facebook. Was er nicht wusste: Hinter dem Facebook-Profil der angeblich 22-Jährigen steckte ein zwölfjähriges Mädchen. Mehr war nicht, wie die Richter am Aachener Landgericht am Dienstag feststellten.

dpa/RND/abr

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