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Fahrdienstleiter drückte falschen Knopf

Zugunglück von Bad Aibling Fahrdienstleiter drückte falschen Knopf

Erst ein falsches Signal gesendet, dann auch noch die falsche Notruftaste gedrückt: Das Bahnunglück in Bad Aibling im Februar mit elf Toten und mehr als 80 Verletzten geht nach neuesten Erkenntnissen auf eine tragische Verkettung mehrerer Irrtümer des Fahrdienstleiters zurück.

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Das schwere Zugunglück in Bad Aibling mit elf Toten geht nach Angaben der bayerischen Landesregierung allein auf Fehler des zuständigen Fahrdienstleiters zurück.

Quelle: dpa

Berlin. Das schwere Zugunglück im bayerischen Bad Aibling ist nach Angaben der Landesregierung auf einen doppelten Irrtum des Fahrdienstleiters zurückzuführen. "Es war eine ganz besonders tragische Verkettung von gleich zwei Fehlleistungen", sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) der "Bild"-Zeitung (Dienstag; online Montag).

Bitteres Fazit

Nachdem der Mann die eingleisige Strecke für zwei Züge gleichzeitig freigegeben hatte, sei ihm noch ein weiterer verhängnisvoller Fehler unterlaufen. "Der Fahrdienstleiter hat, als er seinen ersten Irrtum bemerkte, einen ersten Warn-Funkspruch an die beiden Lokführer schicken wollen", schilderte Herrmann weiter.

Im oberbayerischen Bad Aibling sind Dienstagfrüh zwei Nahverkehrszüge frontal zusammengestoßen. Die Rettungskräfte sind mit einem Großaufgebot vor Ort. Hier die ersten Bilder von der Unglücksstelle.

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"Er hat - möglicherweise aus Aufregung - jedoch die falsche Taste gedrückt. Der Funkspruch ging an die Fahrdienstleiter in der näheren Umgebung. Die haben sich daraufhin bei ihm gemeldet. Daraufhin schickte der Fahrdienstleiter einen zweiten Funkspruch an die Lokführer. Diesmal drückte er die richtige Taste, aber da war es schon zu spät."

Fahrdienstleiter droht Anklage

Herrmann zog ein bitteres Fazit: "Wäre der erste Funkspruch bei den Lokführern angekommen, hätte das Unglück womöglich noch verhindert werden können. Das ist ganz besonders tragisch." Nun laufe es auf eine Anklage des Fahrdienstleiters wegen fahrlässiger Tötung hinaus. "Es sind mittlerweile auch alle technischen Defekte ausgeschlossen: Die Züge waren technisch völlig in Ordnung, inklusive der Bremsen. Das Funknetz hat funktioniert, ebenso alle Stellwerk-Funktionen." Dem verantwortlichen Fahrdienstleiter drohen bis zu fünf Jahre Haft.

Bei dem Frontalzusammenstoß zweier Regionalzüge auf der Strecke von Holzkirchen nach Rosenheim waren am 9. Februar elf Menschen ums Leben gekommen und 85 Passagiere teils lebensgefährlich verletzt worden. Das Bahnunglück gilt als eines der schwersten in der Geschichte der Bundesrepublik.

dpa/afp/zys

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