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Fall Peggy: DNA-Ergebnisse erst in einer Woche?

Knochenfund im Wald Fall Peggy: DNA-Ergebnisse erst in einer Woche?

Mit Spannung werden die Ergebnisse der DNA-Analyse der aufgefundenen Kinderknochen erwartet - doch das könnte womöglich länger dauern als zunächst erwartet. Am Fundort der Knochenteile, die wahrscheinlich von der vermissten Schülerin Peggy stammen, läuft die Spurensicherung weiter auf Hochtouren.

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Die Polizei hat den Fundort der Knochen in einem Waldstück abgesperrt.

Quelle: dpa

Lichtenberg. Nach dem Fund von Kinderknochen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit von der seit 15 Jahren vermissten Peggy stammen, haben sich bei den Ermittlern noch keine neuen Zeugen gemeldet. Bisher habe sich niemand mit Hinweisen an die Ermittler gewandt, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Herbert Potzel am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Mit Spannung wurden unterdessen die Ergebnisse der DNA-Analyse der in einem Waldstück in Thüringen entdeckten Skelettteile erwartet. Frühestens im Laufe des Tages sei damit zu rechnen, sagte der Bayreuther Oberstaatsanwalt weiter.

Der Fall Peggy wurde bis heute nicht aufgeklärt. Bisher gibt es weder einen Täter, noch eine Leiche. Jetzt sind in einem Waldstück in Thüringen Skelettteile entdeckt worden – stammen sie von der Neunjährigen?

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Genauso gut könnte es aber sein, dass die Untersuchungsergebnisse der Kinderknochen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit der seit 15 Jahren vermissten Peggy zugeordnet werden, erst im Laufe der Woche vorgelegt werden könnten. „Das lässt sich bei DNA-Ergebnissen nicht so leicht voraussagen“, sagte auch Dominik Salosnig, Sprecher der Polizei in Oberfranken.

Spurensuche immer noch am Fundort

Ein Pilzsammler hatte am Samstag Skelettteile gefunden, die laut Staatsanwaltschaft Bayreuth und Polizeipräsidium Oberfranken „höchstwahrscheinlich“ von der neunjährigen Schülerin stammen. Die Knochen lagen in einem Waldstück in Thüringen etwa 15 Kilometer vom Heimatort des Mädchens im oberfränkischen Lichtenberg entfernt. Dort waren laut Staatsanwaltschaft auch Gegenstände gefunden worden, die zu der Neunjährigen passen. Peggy war am 7. Mai 2001 auf dem Heimweg von der Schule verschwunden. 

Auch am dritten Tag nach dem Fund der Knochen haben Polizisten das Gelände abgesucht. Beamte der thüringischen Bereitschaftspolizei sowie Kriminalbeamte aus Thüringen seien am Dienstag mit Experten der Soko Peggy aus Bayern unterwegs gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Die Suchmaßnahmen beträfen einen Radius von weit mehr als 100 Metern um die Stelle, an der ein Pilzsammler am Samstag erste Skelettteile entdeckt hatte. Der Sprecher machte keine Angaben dazu, wonach die Einsatzkräfte konkret suchen oder was sie möglicherweise schon gefunden haben

Oberstaatsanwalt Potzel wollte sich zu den laufenden Ermittlungen nicht äußern. „Denn alle möglichen Täter lesen Zeitung, schauen Fernsehen.“ Deshalb machen Polizei und Staatsanwaltschaft auch keine Angaben dazu, welche Gegenstände im Bereich des Fundortes gefunden worden waren. „Ein eventueller Täter wüsste ja, was er getan hat, wo er Gegenstände abgelegt hat“, sagte Potzel.

Die seit 2012 agierende Ermittlungsgruppe bei der Kriminalpolizei Bayreuth war am Montag personell und organisatorisch zur „Soko Peggy“ erweitert worden. 

Viele Verdächtige und Suchaktionen

Bislang waren mehrere Verdächtige ins Visier der Ermittler geraten. 2002 war ein geistig behinderter Mann als Tatverdächtigen präsentiert worden. Er habe Peggy ermordet, um zu vertuschen, dass er sie sexuell missbraucht habe, hieß es damals. Der Mann wurde 2004 als Peggys Mörder verurteilt, 2014 jedoch in einem Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen.

Zwischenzeitlich waren auch ehemalige Bekannte der Familie Peggys aus Halle/Saale verdächtig, doch diese Spur brachte ebenfalls keinen Durchbruch. Sie gelten nicht mehr als Verdächtige. In den vergangenen Jahren gab es zudem eine Reihe von spektakulären Suchaktionen der Polizei, um das Verschwinden der Schülerin doch noch aufzuklären.

dpa/RND/zys

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