Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Fall Peggy: DNA-Ergebnisse erst in einer Woche?
Nachrichten Panorama Fall Peggy: DNA-Ergebnisse erst in einer Woche?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:18 05.07.2016
Die Polizei hat den Fundort der Knochen in einem Waldstück abgesperrt. Quelle: dpa
Anzeige
Lichtenberg

Nach dem Fund von Kinderknochen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit von der seit 15 Jahren vermissten Peggy stammen, haben sich bei den Ermittlern noch keine neuen Zeugen gemeldet. Bisher habe sich niemand mit Hinweisen an die Ermittler gewandt, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Herbert Potzel am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Mit Spannung wurden unterdessen die Ergebnisse der DNA-Analyse der in einem Waldstück in Thüringen entdeckten Skelettteile erwartet. Frühestens im Laufe des Tages sei damit zu rechnen, sagte der Bayreuther Oberstaatsanwalt weiter.

Der Fall Peggy wurde bis heute nicht aufgeklärt. Bisher gibt es weder einen Täter, noch eine Leiche. Jetzt sind in einem Waldstück in Thüringen Skelettteile entdeckt worden – stammen sie von der Neunjährigen?

Genauso gut könnte es aber sein, dass die Untersuchungsergebnisse der Kinderknochen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit der seit 15 Jahren vermissten Peggy zugeordnet werden, erst im Laufe der Woche vorgelegt werden könnten. „Das lässt sich bei DNA-Ergebnissen nicht so leicht voraussagen“, sagte auch Dominik Salosnig, Sprecher der Polizei in Oberfranken.

Spurensuche immer noch am Fundort

Ein Pilzsammler hatte am Samstag Skelettteile gefunden, die laut Staatsanwaltschaft Bayreuth und Polizeipräsidium Oberfranken „höchstwahrscheinlich“ von der neunjährigen Schülerin stammen. Die Knochen lagen in einem Waldstück in Thüringen etwa 15 Kilometer vom Heimatort des Mädchens im oberfränkischen Lichtenberg entfernt. Dort waren laut Staatsanwaltschaft auch Gegenstände gefunden worden, die zu der Neunjährigen passen. Peggy war am 7. Mai 2001 auf dem Heimweg von der Schule verschwunden. 

Auch am dritten Tag nach dem Fund der Knochen haben Polizisten das Gelände abgesucht. Beamte der thüringischen Bereitschaftspolizei sowie Kriminalbeamte aus Thüringen seien am Dienstag mit Experten der Soko Peggy aus Bayern unterwegs gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Die Suchmaßnahmen beträfen einen Radius von weit mehr als 100 Metern um die Stelle, an der ein Pilzsammler am Samstag erste Skelettteile entdeckt hatte. Der Sprecher machte keine Angaben dazu, wonach die Einsatzkräfte konkret suchen oder was sie möglicherweise schon gefunden haben

Oberstaatsanwalt Potzel wollte sich zu den laufenden Ermittlungen nicht äußern. „Denn alle möglichen Täter lesen Zeitung, schauen Fernsehen.“ Deshalb machen Polizei und Staatsanwaltschaft auch keine Angaben dazu, welche Gegenstände im Bereich des Fundortes gefunden worden waren. „Ein eventueller Täter wüsste ja, was er getan hat, wo er Gegenstände abgelegt hat“, sagte Potzel.

Die seit 2012 agierende Ermittlungsgruppe bei der Kriminalpolizei Bayreuth war am Montag personell und organisatorisch zur „Soko Peggy“ erweitert worden. 

Viele Verdächtige und Suchaktionen

Bislang waren mehrere Verdächtige ins Visier der Ermittler geraten. 2002 war ein geistig behinderter Mann als Tatverdächtigen präsentiert worden. Er habe Peggy ermordet, um zu vertuschen, dass er sie sexuell missbraucht habe, hieß es damals. Der Mann wurde 2004 als Peggys Mörder verurteilt, 2014 jedoch in einem Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen.

Zwischenzeitlich waren auch ehemalige Bekannte der Familie Peggys aus Halle/Saale verdächtig, doch diese Spur brachte ebenfalls keinen Durchbruch. Sie gelten nicht mehr als Verdächtige. In den vergangenen Jahren gab es zudem eine Reihe von spektakulären Suchaktionen der Polizei, um das Verschwinden der Schülerin doch noch aufzuklären.

dpa/RND/zys

Mehr zum Thema

15 Jahre nach dem Verschwinden der Schülerin Peggy bekommt der Fall eine spektakuläre Wende: Ein Pilzsucher findet Knochen, die von der Leiche des Mädchens stammen. Das wirft neue Fragen auf.

05.07.2016

In einem Wald in Thüringen hat ein Pilzsammler Knochen gefunden. Nach einer rechtsmedizinischen Untersuchung teilten Staatsanwaltschaft und Polizei mit: Die Knochen stammen "höchstwahrscheinlich" von der vermissten Schülerin Peggy. 

Vor 15 Jahren verschwand Peggy auf dem Heimweg von der Schule. Seitdem fehlt jede Spur von dem damals neunjährigen Mädchen. Jetzt hat ein Pilzsammler in einem Wald eine Leiche gefunden.

04.07.2016
Panorama Drei Tote binnen 24 Stunden - Erneut schwerer Lkw-Unfall auf A6

Binnen weniger Stunden ist es auf der A6 bei Mannheim erneut zu einem tödlichen Unfall gekommen, nachdem ein Lkw-Fahrer ein Stauende übersehen hatte. Erst am Montag war es aus demselben Grund zu einer Massenkarambolage gekommen, bei der zwei Menschen starben.

05.07.2016

In Bayern werden zwei chinesische Touristen vermisst. Das Ehepaar hatte mit einer Reisegruppe Schloss Neuschwanstein besucht. Seitdem fehlt von dem Mann und der Frau jede Spur.

05.07.2016

15 Jahre nach dem Verschwinden der Schülerin Peggy bekommt der Fall eine spektakuläre Wende: Ein Pilzsucher findet Knochen, die von der Leiche des Mädchens stammen. Das wirft neue Fragen auf.

05.07.2016
Anzeige