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Polizei findet Zeuginnen im Fall Tugce

Mädchen, denen Tugce geholfen hatte Polizei findet Zeuginnen im Fall Tugce

Der Fall Tugce bewegt die Menschen - nicht nur in Offenbach. Die junge Frau soll zwei Mädchen geholfen haben, bevor sie von einem Mann angegriffen wurde und später in der Klinik starb. Nun hat die Polizei zwei wichtige Zeuginnen gefunden.

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Mit Blumen und Kerzen haben Trauernde die Stelle auf dem Parkplatz geschmückt, an der Studentin Tugce tödlich verletzt wurde.

Quelle: dpa

Offenbach . Nach der tödlichen Attacke auf die Studentin Tugce A. hat die Offenbacher Polizei zwei wichtige Zeuginnen des Vorfalls gefunden. Wie die Staatsanwaltschaft am Montag bestätigte, sind es die beiden Mädchen, nach denen die Ermittler seit der vergangenen Woche suchen. Angaben zu den Identitäten machte die Behörde jedoch nicht, um die beiden Jugendlichen zu schützen. Möglicherweise hatte Tugce den Mädchen geholfen, bevor es zu der Attacke kam.

Die „Bild“-Zeitung veröffentlichte auf ihrer Internetseite ein Video, das die Tat zeigen soll. Ob es sich bei den unscharfen und verwackelten Aufnahmen um den Original-Mitschnitt der Überwachungskamera des Tatorts, eines Offenbacher Schnellrestaurants, handelt, war zunächst unklar. Die Echtheit wurde von der Polizei weder bestätigt noch dementiert.

Über 350 Personen nahmen auf dem Ernst-August-Platz Abschied von Tugce, die in Offenbach von einem 18-Jährigen bewusstlos geschlagen wurde, nachdem sie zwei junge Mädchen in einem Schnellrestaurant vor Belästigungen schützen wollte.

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Die bei der Attacke Mitte November tödlich verletzte Studentin soll am Mittwoch (3. Dezember) auf dem Friedhof von Bad Soden-Salmünster in Osthessen beigesetzt werden. Ein Sprecher der Stadtverwaltung bestätigte den Termin. Eine genaue Uhrzeit war zunächst jedoch nicht bekannt. Medienberichten zufolge soll die junge Frau vor der Beisetzung in einer Moschee im benachbarten Wächtersbach aufgebahrt werden.

Tod der Studentin erregt hohe Aufmerksamkeit

Die zwei Mädchen sollen sich kurz vor dem Zwischenfall am 15. November abends stark betrunken im Toilettenbereich des Fast-Food-Lokals aufgehalten haben. Dabei sollen sie von mehreren Männern belästigt worden sein, darunter auch vom späteren mutmaßlichen Schläger.

Der Tod der Studentin erregt auch in der Türkei große Aufmerksamkeit. Die Zeitung „Türkiye“ veröffentlichte am Montag einen Artikel mit der Überschrift „Danke Tugce, Seni Seviyoruz“ (Danke Tugce, wir lieben dich).

Der Vorschlag, Tugce A. das Bundesverdienstkreuz zu verleihen, findet unterdessen immer mehr Unterstützer. Allein die Internet-Plattform „Change.org“ verzeichnete bis zum Montag mehr als 140.000 Unterschriften unter einer entsprechenden Petition. Deren Initiatoren wollen erreichen, dass der Studentin posthum die Auszeichnung verliehen wird.

Mutmaßlicher Schläger in Untersuchungshaft

Die Studentin aus Gelnhausen war am 15. November bei einem Streit zu Boden geschlagen worden und ins Koma gefallen. Am vergangenen Mittwoch erlag sie ihren schweren Verletzungen. Zwei Tage später, an ihrem 23. Geburtstag, wurden die lebenserhaltenden Maschinen abgeschaltet.

Der mutmaßliche Schläger, ein 18 Jahre alter Mann, sitzt in Untersuchungshaft. Bisher ist unklar, ob Tugce durch den Schlag tödlich verletzt wurde oder durch den Aufprall auf das Pflaster des Parkplatzes. Die Ergebnisse der Obduktion lagen am Montag noch nicht vor.

dpa

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