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Panorama Falsche "Taliban-Kämpfer" verschrecken Anwohner
Nachrichten Panorama Falsche "Taliban-Kämpfer" verschrecken Anwohner
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18:20 20.10.2015
Niederländische Soldaten sorgten bei einer Übung in Hessen für Ärger. Quelle: dpa
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Gelnhausen

Das niederländische Militär hat im Main-Kinzig-Kreis ohne Wissen hessischer Behörden eine Truppenübung abgehalten und so für mächtig Wirbel gesorgt. Das Landratsamt zeigte sich verärgert und forderte in einem Schreiben an Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) Aufklärung. "Ich dulde keine Geheimübungen ausländischer Soldaten in meinem Kreis", teilte Landrat Erich Pipa am Montag in Gelnhausen mit.

Soldaten hatten Landesgrenze offenbar übersehen

Das Landeskommando des Bundeswehr in Wiesbaden räumte ein, dass es offenbar eine "Informationspanne" gegeben habe. Hessen sei auf das Manöver nicht aufmerksam gemacht worden. Das Landeskommando Bayern erklärte den Fehler damit, dass sich die von einer Kaserne in Unterfranken ausgerückten Soldaten offenbar keine Gedanken über die Landesgrenzen von Bayern zu Hessen gemacht hätten.

Der private Radiosender Hitradio FFH hatte darüber berichtet, dass Soldaten einer niederländischen Brigade-Einheit seit vergangener Woche Kampfeinsätze auch im Main-Kinzig-Kreis praktizieren. Die Übungen fanden nach Angaben von Kreissprecher Frank Walzer unter anderem auf einem Feld in Bad Soden-Salmünster statt.

Bekleidet, "wie in Afghanistan üblich" 

Auf freiem Feld trainierten die Soldaten für Auslandseinsätze. Um die Übung möglichst authentisch zu gestalten, seien Militärangehörige mit Turbanen, wie in Afghanistan üblich, bekleidet gewesen, bestätigte das Landeskommando Bayern. Das ungewöhnliche Szenario war aufgeschreckten Spaziergängern aufgefallen, die sich bei dem Sender meldeten.

Die Manöver der Niederländer seien in der Region noch bis zum 27. Oktober angesetzt, berichtete René Dingeldein vom hessischen Landeskommando. Nach Angaben eines Sprechers des Bundesverteidigungsministeriums in Berlin seien mehr als 60 Soldaten an den Einsatzübungen beteiligt. Nach Einschätzung des Landeskommandos in München gibt es wegen der nachgestellten Einsatz-Szenarien keinen Grund zur Beunruhigung. Es sei auch nur mit ungefährlicher Manövermunition geschossen worden, erklärte Carsten Spiering vom bayerischen Landeskommando.

Vor solchen Manövern sei es normal üblich, dass das jeweilige Landeskommando die Polizei und die Kommunen informiere, erklärte Spiering. Dass die Information nicht bis zum Main-Kinzig-Kreis durchgedrungen war, ärgerte Landrat Pipa. "Wie kann man so etwas im Jahre 2015 veranstalten ohne zu glauben, Beobachter könnten sich dadurch in irgendeiner Weise beunruhigt fühlen?"

Pipa forderte Ministerin von der Leyen auf, dass die Bundeswehr dem Kreis Bescheid gebe, wenn Manöver geplant seien. Besorgte Bürger fragten schließlich nicht in Berlin nach, sondern bei den örtlichen Behörden.

dpa

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