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Flüchtling findet 50.000 Euro – und gibt sie weiter

Ehrlicher Finder in Minden Flüchtling findet 50.000 Euro – und gibt sie weiter

Ein Flüchtling findet einen Schatz versteckt in einem alten Kleiderschrank – und informiert die Behörden. Die Polizei und die Stadt Minden feiern den 25-Jährigen als "Held des Tages".

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Ein Flüchtling aus Syrien fand einen Schatz versteckt in einer Art Geheimfach unter einem Einlegeboden eines alten Schranks – und übergab ihn den Behörden.

Quelle: Polizei Minden

Minden. Ein 25-jähriger Flüchtling aus Syrien hat in Minden 50.000 Euro Bargeld und Sparbücher mit einem Guthaben von mehr als 100.000 Euro gefunden und beim Ausländeramt abgegeben. Die hundert neuwertigen 500-Euro-Scheine und Bankunterlagen hatte er entdeckt, als er in seiner bislang spärlich möblierten Wohnung einen Schrank aufbaute, den eine karitative Einrichtung gespendet hatte. Sie waren in einer Art Geheimfach unter einem Einlegeboden des Möbelstücks verborgen.

4500 Euro Finderlohn

Die meisten Leute hätten das Geld wohl genommen und auch für ihn sei die Entscheidung sehr schwierig gewesen, räumte der junge Mann im Gespräch mit Radio Westfalica ein. Und doch entschied er sich für die Ehrlichkeit: "Ich bin Moslem und im Koran sagen uns Gott, Allah und der Prophet Mohammed, dass wir das Richtige tun sollen und nichts nehmen dürfen, was uns nicht gehört", sagte der 25-Jährige dem Sender.

Er informierte die Mitarbeiter der Ausländerbehörde über seinen Fund. Das Amt schaltete die Polizei ein, die wiederum begann den Besitzer zu ermitteln. Laut Stadtsprecherin aus Minden stehen dem jungen Syrer nun drei Prozent des Wertes seines Fundes zu – immerhin mehr als 4500 Euro, da auch die Summen auf den Sparbüchern miteinbezogen werden könnten.

Syrer seit Herbst in Deutschland

Neben dem Finderlohn gebühre dem ehrlichen Finder vor allem ein großes Lob, betonte die Polizei: "Dieser junge Mann hat sich vorbildlich verhalten und verdient große Anerkennung." Dass jemand kleinere Bargeldbeträge finde und abgebe, komme immer wieder vor. "Eine solch große Summe ist die absolute Ausnahme", hieß es in der Mitteilung der Ordnungshüter.

Der 25-Jährige ist nach Polizeiangaben im vergangenen Herbst nach Deutschland und schließlich nach Minden in Ostwestfalen gekommen. Seine Familie blieb in Syrien zurück. Er trete bescheiden und freundlich auf, lobte die Polizei. Derzeit besuche er noch einen Sprachkurs, wolle aber später in Deutschland weiter studieren. Die Polizei wisse inzwischen, wer das Geld in dem Schrank zurückgelassen habe, sagte eine Sprecherin der Stadt Minden am Nachmittag, habe aber bis dahin noch keinen Kontakt aufgenommen.

dpa/RND

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