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Flüchtlingskrise dominiert "Unwort des Jahres"

Einsendungen Flüchtlingskrise dominiert "Unwort des Jahres"

Die Diskussion über Flüchtlinge hält an. Begriffe aus diesem Bereich spielen auch bei den Vorschlägen für das "Unwort des Jahres 2015" eine große Rolle. Etwa Dreiviertel der Einsendungen befassen sich mit dem Thema.

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Quelle: Stephan Jansen/dpa (Symbolbild)

Darmstadt.  Zum "Unwort des Jahres 2015" dürfte voraussichtlich ein Begriff zum Thema Flüchtlinge gewählt werden – etwa "Asylmissbrauch", "Asylkritiker" oder "Flüchtlingsschwemme". "Bei den Einsendungen ist ein Thema noch nie so dominant gewesen", sagte die Sprecherin der "Unwort"-Jury, die Darmstädter Sprachwissenschaftlerin Nina Janich (47). Dreiviertel der Wörter, die infrage kommen, haben etwas mit Flüchtlingen zu tun. "Ich vermute, dass wir aus diesem Bereich etwas nehmen." Allein der Begriff "Asylkritiker" sei mehr als 20 Mal vorgeschlagen worden.

Die Jury – im Kern vier Sprachwissenschaftler und ein Journalist – entscheide aber unabhängig und richte sich nicht danach, welcher Begriff am häufigsten vorgeschlagen werde. Das "Unwort" soll am 12. Januar 2016 in Darmstadt bekanntgegeben werden. Die Aktion gibt es seit 1991.

Insgesamt seien mehr als 1500 Einsendungen eingegangen. Am häufigsten vorgeschlagen worden seien zwar Bezeichnungen wie "Lärmpause" (über 160 mal), "Willkommenskultur" (über 70 mal) und "Grexit" (über 45 mal). Keiner dieser Begriffe dürfte aber nach Janichs Ansicht eine Chance haben.

Zum "Unwort des Jahres 2014" war die vom islam- und fremdenfeindlichen Pegida-Bündnis genutzte Parole "Lügenpresse" gewählt worden. Insgesamt hatte es rund 1250 Einsendungen gegeben. Zum "Unwort des Jahres 2013" war "Sozialtourismus" gewählt worden, 2012 "Opfer-Abo", 2011 "Döner-Morde".

Erst vor kurzem hatte die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden den Begriff "Flüchtlinge" als "Wort des Jahres 2015" bekanntgegeben. Die Bezeichnung sei stark im deutschen Wortschatz verankert und bringe die zentrale gesellschaftliche Diskussion auf den Punkt. 

dpa

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