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Wettstreit um originellstes Sicherheitsvideo

Airlines punkten im Netz mit Elvis & Co. Wettstreit um originellstes Sicherheitsvideo

Ziemlich abgehoben: Die Fluggesellschaften aus aller Welt liefern sich mittlerweile einen regelrechten Wettstreit um das originellste Sicherheitsvideo an Bord. Zu sehen sind Surfer, sprechende Orangen und Elvis-Doubles. Wir zeigen einige besonders schöne Clips.

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Das US-Wirtschaftsmagazin „Forbes“ sieht die Clips inzwischen als wichtiges Marketingsinstrument der Airlines. Diese nutzten die Videos zunehmend, um ihre Bekanntheit bei der jüngeren Zielgruppe zu erhöhen.

Quelle: Air New Zealand

Hannover. Bei anderen Fluglinien fliegen die Passagiere. Bei Air New Zealand reiten sie auf türkisblauen Wellen. Im neuen Sicherheitsvideo der neuseeländischen National-Airline geben die besten Surfprofis der Welt an den schönsten Stränden der Welt die Anweisungen. Laird Hamilton, die Surflegende aus den USA, Weltmeister Gabriel Medina aus Brasilien, Neuseelands beste Surferin Page Hareb und andere Cracks auf dem Brett erklären das Anlegen von Sauerstoffmasken, Schwimmwesten und wo sich die Notausgänge befinden – während sie meterhohe Wellen abreiten oder abends am Lagerfeuer Gitarre spielen.

 

Wer indes in eine Maschine der US-Fluglinie Delta Airlines steigt, sieht im neuesten Sicherheitsclip zahlreiche Anspielungen auf Internetphänomene – sprechende Orangen, Passagiere, die beim „Harlem Shake“ ausrasten, einen Schwimmwestenträger, der wie bei der Ice Bucket Challenge mit einem Eimer Wasser übergossen wird. Und ganz nebenbei erklärt auch noch ein Flugbegleiter, was im Notfall zu tun ist.

 

Mit originellen Sicherheitsvideos haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Fluggesellschaften auf sich aufmerksam gemacht. Mehr noch: Mittlerweile liefern sich die Airlines einen regelrechten Wettstreit um die unterhaltsamsten Clips. Als Grund dafür führen die Fluggesellschaften gern an, dass sich die Passagiere langweilen, sobald die monotonen Filmchen starten. Selbst die nicht gerade als flippig bekannte deutsche Fluggesellschaft Condor überrascht mit einer spaßig gemeinten Bordanweisung.

Darin nehmen Doppelgänger von Prominenten wie der Queen, Elvis und Neil Armstrong in der Kabine Platz. Armstrong sagt: „Nur ein kleiner Schritt für Sie, aber ein großer Schritt für Ihre Flugsicherheit.“ Nächstes Jahr soll es einen neuen Film geben, dann für alle Airlines des Thomas-Cook-Konzerns, zu dem die Condor gehört. „Sicherheit hat bei uns die oberste Priorität. Wenn es gelingt, die Aufmerksamkeit der Fluggäste durch ungewöhnliche Videos zu steigern, dann haben wir unser Ziel erreicht“, sagt Johannes Winter, Kommunikationschef von Condor.

Aufmerksamkeit ist den Airlines auf jeden Fall in den Social-Media-Kanälen sicher. Laut Air New Zealand wurden die kreativen Sicherheitsclips mehr als 50 Millionen Mal geklickt. Einige wurden zu wahren Youtube-Hits, wie der Film „Fit for Flight“ mit Fitnesslegende Richard Simmons oder die Hobbit-Videos „Mittelerde“, bei der die halbe Originalbesetzung mitwirkte. Auch die „Surfer Safari“ verbuchte schon mehrere Millionen Zugriffe.

Das US-Wirtschaftsmagazin „Forbes“ sieht die Clips inzwischen als wichtiges Marketingsinstrument der Airlines. Diese nutzten die Videos zunehmend, um ihre Bekanntheit bei der jüngeren Zielgruppe zu erhöhen. Die kleine Airline am anderen Ende der Welt macht daraus keinen Hehl: „Besonders freut uns, dass die bisherigen Sicherheitsvideos den Abverkauf von Flugtickets und die Anzahl der Neuseelandreisenden gesteigert haben“, erklärte jüngst Jodi Williams, Marketingchef bei Air New Zealand.

Doch längst nicht jede Fluggesellschaft befürwortet die lustigen Filmchen. Und die Bundesluftfahrtbehöde hat den Spielraum fürs Passagierbriefing in Deutschland ohnehin begrenzt. Zumal manche Sicherheitsvideos die Grenzen des guten Geschmacks überschreiten. Die bisher heftigste Kritik fing sich Dauerspaßmacher Air New Zealand im vergangenen Jahr ein, als man Bikinimodels ins Schwimmwestenröhrchen pusten ließ. „Safety in Paradise“ nannte sich das Video – und wurde alsbald ausgetauscht.

Sonja Fröhlich

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