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Bürger sollen Mücken fangen und einschicken

Aufruf von Forschern Bürger sollen Mücken fangen und einschicken

Falls eine Mücke Sie stechen will, töten Sie das kleine Biest bitte nicht – sondern fangen Sie den Plagegeist. Sie erweisen der Wissenschaft damit einen großen Dienst. Hier erklären wir, wie Sie am besten vorgehen.

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Forscher rufen auch in diesem Jahr dazu auf, bundesweit möglichst viele Stechmücken einzufangen und einzusenden.

Quelle: dpa

Müncheberg. Forscher bitten die Menschen in Deutschland darum, Mücken einzufangen und ihnen zu schicken. "Wir sind dankbar über jede Mücke", sagte die Biologin Doreen Walther vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) im brandenburgischen Müncheberg.

Allerdings benötigen die Wissenschaftler "intakte Exemplare", wie sie auf ihrer Homepage schreiben. "Zerquetschte oder platt gehauene Mücken sind unbrauchbar, da sie nicht mehr identifizierbar sind." Deshalb empfehlen die Forscher folgende Vorgehensweise:

  • Nehmen Sie ein kleines Gefäß aus Glas oder Kunststoff.
  • "Setzt sich eine Mücke irgendwo ab, z.B. an der Wand oder auf Ihrem Arm, stülpen Sie das Gefäß einfach über sie, Deckel drauf und fertig."
  • Stellen Sie das Gefäß mit der Mücke für einen Tag in ein Gefrierfach.
  • Auf der Homepage der Forscher finden Sie ein Formular für die erforderlichen Informationen über die Mücke.
  • Auf dem Formular steht auch die Adresse der Forscher.

Das Porto wird von den Forschern nicht erstattet. Das gebe das Budget nicht her, sagen die Wissenschaftler. Aber jeder Einsender erhalte als Antwort das Bestimmungsergebnis der Mückenart. Und jeder Mückenjäger hilft der Wissenschaft.

Darum sammeln die Forscher Mücken

Denn seit 2012 arbeitet das ZALF mit dem Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit (FLI) in Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) an der Kartierung der in Deutschland vorkommenden Mückenarten. In den vergangenen Jahren wurden Tausende Mücken eingeschickt. 2016 sind es bereits mehr als 600.

Der Mückenatlas der Forscher soll dabei helfen, das Risiko für durch Stechmücken übertragene Krankheiten abzuschätzen. Als besonders gefährlich gilt die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus), die sich hierzulande ausbreitet. Dank der Einsendungen für den Mückenatlas wurde sie bereits in Baden-Württemberg und Thüringen nachgewiesen.

Experten befürchten eine Mückenplage

In den vergangenen Jahren seien in Europa Krankheiten wie Dengue-, Westnil- oder Chikungunya-Fieber ausgebrochen – und sie würden durch Stechmücken übertragen, erklärte Walther. "Zur Risikoabschätzung benötigen wir dringend Daten zur Verbreitung der in Deutschland vorkommenden invasiven und einheimischen Arten."

Experten rechnen in diesem Jahr mit einer Mückenplage: Die Mischung aus Unwettern und sommerlichen Temperaturen habe perfekte Bedingungen für die kleinen Plagegeister geschaffen. Viele Wiesen sind überflutet worden. Stehende Gewässer seien für Mücken ideal, da sie dort ihre Eier legen, sagte die Biologin Eva Goris dem "Münchner Merkur" vom Montag.

"Wenn ein Weibchen 80 bis 200 Eier pro Tag legt, können Sie sich vorstellen, was in zwei Wochen auf uns zukommt", sagte Goris. Zusätzlich wirke das schwül-warme Wetter wie ein Katalysator und treibe die Entwicklung der Brut noch an.

dpa/RND/wer

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