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Der Mercedes unter den Männern

100. Geburtstag von Frank Sinatra Der Mercedes unter den Männern

Er sah nicht so gut aus wie Dean Martin und war nicht so charismatisch wie Sammy Davis jr. – dennoch lagen Frank Sinatra die Frauen zu Füßen und machten die Männer neidisch auf ihn. Am Sonnabend wäre der größte Entertainer des 20. Jahrhunderts 100 Jahre alt geworden.

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Frank Sinatra im Jahr 1944.

Quelle: dpa

Hannover. Manche nennen ihn den größten Entertainer des Jahrhunderts. Des 20. Jahrhunderts allerdings, denn der Mann ist Geschichte: Er stammt aus einer Zeit, als man im Smoking und mit Whiskeyglas in der Hand sang und Millionen Frauen nervös und Millionen Männer neidisch machte. Als es auf Stimme mehr ankam als auf Dance-Moves. Das war die goldene Zeit von Hollywood, das war Vegas – und das war Frank Sinatra. Am Sonnabend wäre der Sänger, der mehr als 150 Millionen Alben verkaufte, 100 Jahre alt geworden.

Als er anfing, Platten aufzunehmen, verkauften die sich erst schlecht, aber mit Bühnenauftritten wurde er die erste Ein-Mann-Boyband der Musikgeschichte. Tausende Teenager lagen ihm zu Füßen. Als 1944 nach einem Konzert die Mädchen einfach nicht gehen wollten und deshalb die für das zweite Konzert von „Frankie“ nicht reinkamen, brachen Tumulte aus, die als Columbus Day Riots in den Geschichtsbüchern stehen.

Was war das Geheimnis des Italo-Amerikaners, der nicht so gut aussah wie Dean Martin und nicht das Charisma von Sammy Davis jr. hatte? Er hatte Stimme. Und Sinatra verstand es, sich selbst zu inszenieren. In den 1950ern wollte die Jugend Rock ’n’ Roll hören; Sinatra blieb beim Jazz – und ging zum Film. Lange war er ein Megastar Hollywoods – auch wenn seine Rollen immer flacher wurden.

Und dann war da noch Las Vegas. Neben Kasinos gehören heute Shows zum Alltag in der Hotelstadt. Mit Sinatra hatte alles angefangen. Und die Mafia? Enge Verbindungen wurden ihm nachgesagt, die er stets bestritt. Aber mit einigen der berüchtigtsten Mafiosi spielte er Golf oder Poker, trank mit ihnen Whiskey oder investierte mit ihnen in Kasinos.

Viermal war Sinatra verheiratet, zumeist endete es mit tiefem Hass. Die Zahl der Affären Frank Sinatras würden Bücher füllen, Filme sowieso. Bleibt nur zu sagen, was Marlene Dietrich über ihn dachte: „Frank Sinatra“, sagte sie nach einer kurzen Affäre, „ist der Mercedes-Benz unter den Männern.“

Von Christian Melzer

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