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Frauen sind die schlimmeren Männer

US-Studie zum Führungsstil Frauen sind die schlimmeren Männer

Eine US-Studie hat herausgefunden, dass Frauen als Chefs besonders risikofreudig sind. In Führungsjobs unterscheiden sie sich ansonsten aber nicht von den Männern.

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Frauen verhalten sich laut einer US-Studie in der Chefetage kaum anders als Männer.

Quelle: dpa (Symbolfoto)

Columbia. Amerikanische Forscher haben festgestellt, dass man Studien nicht trauen sollte, die mit den Worten beginnen: Amerikanische Forscher haben festgestellt.

Nun haben amerikanische Forscher etwas festgestellt, das mitten hinein platzt in die hochbrisante politische Debatte in Deutschland und Europa über die Frauenförderung in der Wirtschaft. Das Ergebnis der Studie zu verschweigen wäre also fahrlässig – selbst wenn man die Folgen der Veröffentlichung nicht abschätzen kann: Frauen sind als Chefs nicht minder mutig und risikobereit als Männer. Weil sie ihre Kollegen nicht nur imitieren, sondern überflügeln wollen, sind sie sogar schlimmer als Männer

Verantwortlich für diese Erkenntnis zeichnet Allen N. Berger von der University of South Carolina. Als Männer haben Klaus Schaeck von der Bangor University in Wales und Thomas Kick, ein wissenschaftlicher Mitarbeiter der Deutschen Bundesbank, mitgearbeitet. 

Vorsicht ist also auf jeden Fall geboten – sowie auch der Hinweis, dass es sich um drei Männer handelt, die sich die Fragestellung ausgedacht haben. Die drei Männer haben erforscht, „wie sich Alter, Geschlecht und Ausbildung der Vorstandsmitglieder auf die Volatilität der Gewinne von Banken auswirken“. Ausgegangen sind sie von der Grundannahme, dass Frauen risikofeindlicher als Männer seien.

Nun haben sich die Forscher die Gewinne einiger Banken in den Jahren 1994 bis 2010 angeschaut – ein Zeitraum, in dem auch die Zahl der Frauen in den Vorständen zugenommen hat. Eine große Schwankungsbreite bei den Gewinnen wurde als risikofreudig ausgelegt, eine kleine als risikoscheu. Ziemlich genau drei Jahre, nachdem der Frauenanteil in einem Vorstand gestiegen ist, stieg auch die Risikobereitschaft. Die Beobachtung lässt zwei mögliche Schlüsse zu: Entweder beginnen die Frauen, einmal in der Führungsposition angelangt, die Männer zu imitieren. Oder die Grundannahme ist schon falsch, dass Frauen weniger Mumm haben, weniger rangehen und aus Ängstlichkeit vorsichtig taktieren.

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