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Das Internet verdrängt die Zeitung

Liebste Hobbys der Deutschen Das Internet verdrängt die Zeitung

Das Internet und andere Medien dominieren immer mehr die Freizeit der Deutschen. Das geht aus dem am Donnerstag in Hamburg veröffentlichten Freizeit-Monitor der Stiftung für Zukunftsfragen hervor. Die Freunde hingegen haben das Nachsehen.

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Das Internet und andere Medien dominieren immer mehr die Freizeit der Deutschen, während Kultur und soziale Aktivitäten ins Hintertreffen geraten.

Quelle: dpa

Hannover. Das Internet holt auf: Es ist inzwischen auf den vierten Rang der liebsten Freizeitbeschäftigungen vorgerutscht und liegt damit in der jährlichen Befragung erstmals vor dem Zeitunglesen. 73 Prozent der Deutschen sind regelmäßig online, während 72 Prozent in die Zeitung schauen. Seit einem Vierteljahrhundert dennoch unangefochten an der Spitze liegt das Fernsehen: 97 Prozent der Bundesbürger schalten die Glotze mindestens einmal pro Woche an, mehr als zwei Drittel tun dies sogar täglich. Äußerst beliebte Freizeitbeschäftigungen sind auch Radio hören (90 Prozent) und von zu Hause telefonieren (89 Prozent).

Das Internet und andere Medien dominieren immer mehr die Freizeit der Deutschen, während Kultur und soziale Aktivitäten ins Hintertreffen geraten.

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Auf der anderen Seite haben soziale Aktivitäten verloren: Die Deutschen unternehmen der Befragung zufolge mittlerweile seltener etwas mit Freunden, sprechen weniger Einladungen aus und reden auch nicht mehr so oft über wichtige Dinge wie früher. 18 Prozent treffen regelmäßig Freunde oder Bekannte zu Hause, das sind acht Prozent weniger als noch 2004. Unternehmungen mit Freunden gingen im 20-Jahres-Vergleich zwischen 1994 und 2004 sogar um die Hälfte auf 17 Prozent zurück. Dafür werden die Kontakte jetzt häufiger über soziale Netzwerke gepflegt.

Auch die Hochkultur leidet demnach. Sagten 2004 nur 45 Prozent, dass sie niemals ins Theater, Klassikkonzert oder in die Oper gehen, sind es jetzt bereits 54 Prozent. Lediglich drei Prozent der Deutschen gehen mindestens einmal im Monat in ein Theater oder Museum. Ernüchternd ist laut Freizeit-Monitor auch das Ergebnis beim ehrenamtlichen Engagement. Drei von fünf Deutschen engagieren sich nie ehrenamtlich in ihrer Freizeit.

Immer beliebter wird hingegen die Gartenarbeit: 30 Prozent widmen sich in ihrer Freizeit ihren Blumen- und Gemüsebeeten – 2004 waren es erst 24 Prozent. Das Freizeitverhalten in Ost und West hat sich zudem weiter angeglichen. Groß sind demnach die Unterschiede lediglich noch beim Sport oder Aktivitäten für die Gesundheit, denen eher die Westdeutschen nachkommen. Die Ostdeutschen favorisieren indes häufiger Gartenarbeit und Mittagsschlaf.

Im Durchschnitt haben die Deutschen insgesamt drei Stunden und 56 Minuten Freizeit am Tag. Im Vergleich zu 2010 sind das sieben Minuten weniger, bei Jugendlichen beträgt das Minus sogar 36 Minuten. Der starke Rückgang des Freizeitbudgets bei den Jüngeren ist der Analyse zufolge vor allem auf die zunehmende Zahl von Ganztagsschulen und die Verkürzung des Zeitraums bis zum Abitur auf zwölf Jahre zurückzuführen.

Für die meisten Menschen ist es allerdings keine Option, für mehr Freizeit auf Geld zu verzichten. Diese Alternative ist der Umfrage zufolge lediglich für jeden Vierten interessant, vor allem für Besserverdienende. Besonders Menschen mit niedrigem Einkommen und Ältere wollen und können sich dies hingegen nicht leisten.

Befragt wurden mehr als 2000 Bundesbürger ab 14 Jahren.

afp

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