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Panorama Die erste U-Bahn-Linie von Amsterdam ist fertig
Nachrichten Panorama Die erste U-Bahn-Linie von Amsterdam ist fertig
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19:56 22.07.2018
5570 Tage Arbeit: Tunnel für die Metrolinie „Noord-Zuidlijn“ in Amsterdam. Quelle: Foto: dpa
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Amsterdam

Es ist vollbracht. Nach 16 Jahren Bauzeit ist in Amsterdam die neue Metrolinie, die „Noord-Zuidlijn“, in Betrieb. Sie verbindet Nord-Amsterdam mit dem Süden, unterquert das Gewässer IJ und die Amsterdamer Innenstadt, ist zehn Kilometer lang und hat sage und schreibe 3,1 Milliarden Euro gekostet. Das Pannen-Bauprojekt galt in den Niederlanden als Pendant zur deutschen Endlosbaustelle des Berliner Flughafens.

Als die neue Metrolinie 1997 geplant wurde, da lautete der Kostenvoranschlag auf 681 Mio. Euro. Exakt 5570 Tage wurde an der Nord-Süd-Metroverbindung gearbeitet. Im Jahr 2008 stand der Stadtrat vor der schwierigen Entscheidung, ob die Nord-Süd-Metro überhaupt zu Ende gebaut werden soll oder nicht. Denn in diesem Jahr passierte, was viele befürchtet hatten.

Durch den Tunnelbau unter der auf Zehntausenden von Holzpfählen gebauten Amsterdamer Altstadt sackten einige der historischen Grachtenhäuser an der Vijzelgracht ab. Sie drohten einzustürzen. Die Bewohner mussten ihre teuren und schönen Häuser Hals über Kopf verlassen. Sie standen auf der Straße. Auf Kosten der Stadt mussten sie in Hotels ziehen.

Ein Verlustgeschäft für die Stadt

„Ich hörte, wie die Häuser litten, wie hier alles krachte und quietschte, es war gespenstisch“, erinnert sich Wolbert Vroom, einst stolzer Besitzer von drei Häusern an der Vijzelgracht. Die Stadt entschädigte ihn.

Später beim Bau brachen auch noch die Dämme im Metrotunnel ein. Das Grundwasser überflutete den Tunnel, der erst wieder trockengelegt werden musste, bevor weitergebaut werden konnte. Jetzt ist die Metrostation Vijzelgracht die größte der neuen U-Bahn-Verbindungen zwischen Nord- und Süd-Amsterdam. Sie hat die längste Rolltreppe der Niederlande – 47 Meter lang.

Am Sonnabend startete die Linie, jeder konnte sie gratis testen. Verdienen wird die Stadt damit nichts. Weil sie so kurz ist, wird sie trotz des hohen täglichen Passagieraufkommens für die Stadt ein Verlustgeschäft bleiben.

Von Helmut Hetzel

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