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Niederlage für Verfechter des Brandzeichens

Gericht: Mikrochip bleibt Niederlage für Verfechter des Brandzeichens

Der traditionelle Schenkelbrand eines Pferdes ersetzt nicht die Pflicht, ein Fohlen mit einem Mikrochip zu kennzeichnen. Das entschieden die Richter am Oberverwaltungsgericht in Münster. Sie versetzten damit den Verfechtern traditioneller Brandeisen-Kennzeichnung einen Dämpfer.

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Ein Fohlen wird mit einem Schenkelbrand gekennzeichnet: Seit 2009 sieht eine EU-Verordnung eine fälschungssichere Kennzeichnung von Fohlen mittels digital auslesbarem Mikrochip vor. Der Kläger und mehrmalige Olympiasieger Klaus Balkenhol hält jedoch die traditionelle Methode für ausreichend.

Quelle: Jörg Carstensen/dpa

Münster. Geklagt hatte der mehrfache Olympiasieger und Ex-Reitprofi Klaus Balkenhol. Der Züchter von mehreren Hannoveraner-Pferden beschrieb das Einpflanzen des Chips als schmerzhaften und daher verzichtbaren Eingriff. Der seit 2009 für neugeborene Fohlen geltenden Pflicht zur fälschungssicheren Kennzeichnung von Pferden europaweit sei mit dem Brandzeichen in Kombination mit Pferdepass und DNA-Proben genüge getan, argumentierte sein Anwalt.

Am Mittwoch schlossen sich die Richter jedoch dem Urteil der Vorinstanz an und wiesen die Klage ab (Az.: 13 A 1445/14). Die Transponderpflicht sei rechtens und gelte ohne Ausnahme, urteilten sie. Einige Zuchtverbände machen sich seit Jahren stark für den Erhalt der Brandzeichen auf den Schenkeln der Pferde. Verboten sind diese nicht. Tierschützer und einige Veterinäre argumentieren jedoch, die reiskorngroßen Chips seien technisch überlegen und weniger schädlich für die Pferde.

Von Florentine Dame

Hintergrund

Um Pferde zweifelsfrei einem Besitzer zuordnen zu können, werden sie gekennzeichnet. So lässt sich unter anderem nachvollziehen, woher sie stammen und welche Medikamente sie genommen haben – wichtig nicht nur für Zucht und Krankheitseindämmung, sondern auch bei der Pferdefleischproduktion.

Traditionell setzen viele Zuchtbetriebe dazu auf den Schenkelbrand . Dabei wird den Fohlen ein Emblem des jeweiligen Zuchtverbands sowie eine zweistellige Nummer in die Haut gebrannt. Dafür wird üblicherweise etwa eine Sekunde lang ein glühend heißes Brenneisen auf den linken Hinterschenkel gepresst.

Zeitweise war ein Verbot des Heißbrandes aus Tierschutzgründen im Gespräch. Inzwischen sieht das Tierschutzgesetz allerdings lediglich vor, dass Brenneisen ab 2019 nur noch unter lokaler Betäubung genutzt werden dürfen. 

Um europaweit Tierseuchen besser bekämpfen zu können, schreibt eine Verordnung nach EU-Recht seit 2009 zudem vor, neugeborene Pferde und Ponys mit einem Mikrochip zu versehen. Ein sogenannter Transponder , ein reiskorngroßer Mikrochip, wird dabei etwa drei bis vier Zentimeter tief mit einer Kanüle in den Muskel am Hals des Pferdes gedrückt. Darauf gespeichert ist eine Identifikationsnummer. Sie ist mit einem Lesegerät auslesbar und lässt sich somit den Angaben in einem Pass sowie in einer Datenbank zuordnen.

dpa

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