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Panorama Gericht wirft Ermittlern Schlamperei vor
Nachrichten Panorama Gericht wirft Ermittlern Schlamperei vor
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19:49 07.09.2015
Amanda Knox war 2011 frei gesprochen worden. Sie kehrte danach in die USA zurück. Quelle: dpa/EPA/PIETRO CROCCHIONI
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Rom

Es habe bei den Untersuchungen "erhebliche Mängel" gegeben, hieß es laut italienischen Medienberichten in der am Montag veröffentlichten Urteilsbegründung des Kassationsgerichtshofs. Es habe keine "allumfassenden Beweise" gegeben, die eine zweifelsfreie Verurteilung erlaubt hätten. Als Beispiel nannten die Richter das Fehlen "biologischer Spuren" von Knox und ihrem mitangeklagten Exfreund Raffaele Sollecito.

In der mit Spannung erwarteten 52-seitigen Begründung des Urteils vom März verwies das Gericht auf den "schleppenden Verlauf des Prozesses". Die Schwankungen in dem Fall seien "auch das Ergebnis von Schwachstellen oder 'Amnesien' in den Ermittlungen und des bewussten Weglassens bei der Führung der Untersuchungen".

47 Messerstiche

Die ehemalige US-Austauschstudentin Knox und der Italiener Sollecito hatten sich wegen der Ermordung der Britin Meredith Kercher im November 2007 vor Gericht verantworten müssen. Die beiden wurden zunächst in Perugia zu 26 und 25 Jahren Gefängnis verurteilt, in einem Berufungsprozess aber im Jahr 2011 freigesprochen. Knox kehrte daraufhin in die USA zurück.

In einem neuen Prozess in Florenz wurden Knox und Sollecito dann erneut zu langen Haftstrafen verurteilt – Knox bekam in Abwesenheit 28 Jahre und sechs Monate, Sollecito 25 Jahre. Im März dieses Jahres sprach das Kassationsgericht die beiden schließlich frei und setzte damit einen Schlussstrich unter den Fall.

Für den Mord sitzt der Ivorer Rudy Guédé, dessen DNA sich auf dem Körper des Opfers fand, in Italien eine 16-jährige Haftstrafe wegen Beteiligung an der Tat ab. Die 21-jährige Kercher war am 2. November 2007 halbnackt und mit durchgeschnittener Kehle in der Wohnung in Perugia entdeckt worden, die sie sich mit Knox teilte. Ihre Leiche wies 47 Messerstiche auf, die Studentin war vergewaltigt worden.

afp

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