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Gerichtsvollzieher will Flugzeug pfänden

Ausgleich für Verspätung Gerichtsvollzieher will Flugzeug pfänden

Wegen einer Verspätung schuldete die Fluggesellschaft Condor einem Kunden 600 Euro Entschädigung, zahlte aber nicht. Daraufhin rückte ein Gerichtsvollzieher an und wollte direkt einen millionenschweren Ferienflieger pfänden.

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Ein Gerichtsvollzieher wollte ein Flugzeug der Condorschwesterfirma Thomas Cook Airlines UK pfänden – weil die Fluggesellschaft einem Passagier Geld schuldete.

Quelle: Condor Flugdienst/Michael Penner

Salzburg. Der Anlass für den kuriosen Streit liegt schon vier Jahre zurück. 2012 startete Flug MT5192 in Wien, erreichte sein Ziel Varadero in Kuba aber mit 22 Stunden Verspätung. Ein Passagier forderte daraufhin von dem Condor-Schwesterunternehmen Thomas Cook Airlines eine Entschädigung – nach geltendem EU-Recht 600 Euro.

Gerichtsvollzieher wollte aufs Rollfeld

Aber die Fluggesellschaft zahlte nicht.Der Passagier schaltete deshalb das Fluggastrechteportal Flightright ein, wie die Zeitung "Die Welt" berichtet. Die Firma erstreitet im Auftrag von Kunden ausstehende Entschädigungen von Airlines und kassiert dafür eine Provision. "Sie bezahlen uns nur, wenn wir erfolgreich sind. Dann erhalten wir 25 Prozent Ihrer durchgesetzten Entschädigungssumme zuzüglich Mehrwertsteuer", erklärt die Firma auf ihrer Homepage.

Die Juristen von Flightright hätten auch ein europäisches Mahnverfahren in Gang gesetzt, trotzdem sei immer noch nichts passiert, schreibt "Die Welt". Erst als ein Gerichtsvollzieher am vergangenen Freitag zum Salzburger Flughafen fuhr und drohte, ein Flugzeug im Wert eines zweistelligen Millionenbetrages zu pfänden, "ging plötzlich alles ganz schnell".

Sonst dauert es nicht so lange

"Es tut uns furchtbar leid. Als wir davon erfahren haben, wurde die Forderung sofort beglichen", sagte ein Condor-Sprecher am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. Die Forderung sei berechtigt gewesen.

"Dieser Fall ist nicht typisch", sagte Jonas Swarzenski, Leiter der Flightright-Rechtsabteilung, auf Anfrage der "Welt". Im Schnitt dauerten Verfahren ein halbes Jahr. "Manchmal können wir auch nach 14 Tagen schon auszahlen." Mehrere Jahre Streit wie im Fall MT5192 seien dagegen ungewöhnlich.

wer

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