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Fünf Polizisten bei Demo in Dallas erschossen

Gewalt gegen Afro-Amerikaner in den USA Fünf Polizisten bei Demo in Dallas erschossen

Neue Gewalt in den USA: In Dallas sind während eines Protestmarsches gegen Polizeigewalt am Donnerstagabend fünf Beamte erschossen worden. Einer der Heckenschützen soll sich inzwischen selbst getötet haben.

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Ein Polizist und zwei Augenzeugen stehen nach den Schüssen von Dallas in der Nähe des Unglücksortes.

Quelle: EPA/DALLAS POLICE DEPARTMENT

Dallas. Dies teilte die Polizei der texanischen Großstadt auf Twitter mit. Insgesamt seien elf Polizisten beschossen worden, sagte Polizeichef David Brown. Die Polizei geht von zwei Scharfschützen aus und bat die Öffentlichkeit um Hilfe bei der Suche nach Verdächtigen und veröffentlichte ein Foto. Es zeigt einen Mann, der eine Waffe bei sich hat und ein T-Shirt in Camouflage-Farben trägt. Er soll sich gestellt haben, sei inzwischen aber wieder freigelassen worden. Ein Scharfschütze, der sich in einem Parkhaus verschanzt hatte und sich dort mehrere Schusswechsel mit der Polizei geliefert haben soll, soll sich mehreren Medienberichten zufolge selbst getötet haben.

Die Polizei sucht weiterhin nach mehreren Sprengsätzen. Ein Verdächtiger habe angegeben, in der Stadt mehrere Bomben gelegt zu haben, erklärte Polizeichef David Brown in der Nacht zum Freitag.

Mehr als 30 Schüsse sollen Augenzeugen zufolge bei einer - bis dahin friedlichen - Demo gegen Polizeigewalt in Dallas gefallen sein. Die Scharfschützen hatten es offenbar gezielt auf Polizisten abgesehen.

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Er hat sich nach Angaben von Polizeichef Brown in einem Parkhaus verschanzt. "Er hat gesagt, er wird mehr von uns töten", so der Polizeichef am frühen Freitagmorgen vor der Presse in Dallas. Die Polizei habe drei weitere Verdächtige festgenommen, darunter eine Frau.

Bei einem Toten handelt es sich offenbar um einen Transportpolizisten des Nahverkehrsunternehmens DART, der inzwischen identifiziert werden konnte. Auf Twitter wurde bereits ein Bild des 43-Jährigen mit ersten Beileidsbekundungen veröffentlicht: "Thank you Officer Thompson R.I.P and prayers for your family", schreibt etwa eine Twitter-Userin namens Ramona.

Die Polizei forderte die Bürger auf, das Stadtzentrum von Dallas zu meiden, der öffentliche Verkehr wurde unterbrochen, berichtete die "Dallas Morning News." Zuvor habe es friedliche Proteste gegen Polizeigewalt gegen Afroamerikaner gegeben.

Obama warnt vor routinierten Reaktionen

Auslöser waren zwei erschossene Afroamerikaner innerhalb von zwei Tagen. In Falcon Heights (Minnesota) starb Philando Castile (32) im Krankenhaus, nachdem ein Polizist bei einer Fahrzeugkontrolle auf ihn geschossen hatte. Kurz zuvor hatten in Baton Rouge (Louisiana) zwei Polizisten Alton Sterling (37) auf einem Parkplatz zu Boden gezwungen und ihn aus nächster Nähe erschossen.

Diese Tode seien ein Ereignis, das alle Amerikaner gleichermaßen angehen muss, sagte Präsident Barack Obama. "Wir erleben so etwas viel zu oft", sagte Obama unmittelbar nach der Landung in Warschau, wo er in der Nacht zum Freitag zum Nato-Gipfel eintraf. Der sichtbar berührte Präsident beschwor die Amerikaner, nach dem Geschehenen nicht in routinierte Reaktionsmuster zu verfallen, sondern innezuhalten.

Fünf tote Polizisten in Dallas: Was wir wissen und was nicht

In Dallas sind während einer friedlichen Protestkundgebung gegen Polizeigewalt Schüsse gefallen. Der Stand der Informationen nach einer Pressekonferenz von Polizeichef David Brown am Freitagmorgen - alle Angaben sind Ortszeit Dallas:

WAS WIR WISSEN: Die ersten Schüsse sind um 20:45 Uhr am Donnerstagabend gefallen. Fünf Polizisten sind ums Leben gekommen. Einer von ihnen arbeitete für das Nahverkehrsunternehmen DART, wie das Unternehmen mitteilte. Mindestens sechs weitere Beamte wurden verletzt. Bei den Tätern handelte es sich nach Angaben der Polizei um Heckenschützen. Ein Verdächtiger habe sich in einem mehrstöckigen Parkhaus verschanzt, sagte Brown am frühen Morgen. Die Polizei verhandele mit ihm. Er habe damit gedroht, weitere Polizisten zu töten. Zudem habe er angegeben, dass Bomben im Parkhaus und in der Stadt versteckt seien. Die Polizei nahm drei Verdächtige fest. Darunter sei eine Frau, die in der Nähe des Parkhauses gefasst wurde. Bei den beiden andere handele es sich um zwei Männer, die in einem Auto geflohen waren. Die Polizei gehe davon aus, dass die Festgenommenen zusammengearbeitet haben, sagte Brown. Die Polizei veröffentlichte auf Twitter das Bild eines Mannes. Dieser stellte sich danach der Polizei, wurde kurz darauf aber wieder freigelassen.

WAS WIR NICHT WISSEN: Zur Identität der Festgenommenen machte die Polizei keinerlei Angaben. Es ist unklar, ob es weitere Verdächtige gibt. Brown sagte, er sei nicht vollständig überzeugt, dass bereits alle Verdächtigen in Gewahrsam seien. Ob tatsächlich Bomben gelegt wurden, ist unklar. Sprengstoffexperten untersuchten nach Angaben der Polizei ein verdächtiges Paket. Das Motiv für die Tat ist noch unbekannt. Ob der Mann auf dem von der Polizei veröffentlichten Foto zu den Tatverdächtigen zählt, ist nicht klar. Medienberichten zufolge könnte er zu den Mitorganisatoren des Protestmarsches gehören.

RND/dpa/afp/caro

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