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Eklat beim Prozess gegen Gina-Lisa Lohfink

Streit um Sex-Video Eklat beim Prozess gegen Gina-Lisa Lohfink

Mitten in der Verhandlung hat Gina-Lisa Lohfink mit ihren Verteidigern den Gerichtssaal verlassen. Der Grund ist ein Streit um ein Sex-Video und die Frage, wann die Öffentlichkeit ausgeschlossen werden sollte.

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Gina-Lisa Lohfink mit ihre Anwälten Christian Simonis (l.) und Burkhard Benecken: Dem Model wird vorgeworfen, 2012 bewusst wahrheitswidrig eine Vergewaltigung durch zwei Männer angezeigt zu haben.

Quelle: Jörg Carstensen/dpa

Berlin. Für die Beweisaufnahme hatte das Amtsgericht Berlin-Tiergarten mit der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung ein Sex-Video mit Gina-Lisa Lohfink anschauen wollen. Das Model und ihre Verteidiger forderten offenbar, dass währenddessen die Öffentlichkeit ausgeschlossen wird. Da das Gericht dem Wunsch aber nicht nachkam, verließen Gina-Lisa Lohfink und ihre Verteidiger daraufhin den Verhandlungssaal.

Bildschirm wäre nicht zu sehen gewesen

Die Richter wollten Filmsequenzen auf einem Laptop, abgewandt vom Publikum und ohne Ton, ansehen. Der Bildschirm wäre für das Publikum im Saal und die Presse nicht sichtbar gewesen. "Bei Ihnen hakt's wohl", schmettert Anwalt Christian Simonis der Richterin entgegen.

Diese wartet ruhig auf die Rückkehr der drei. Dann stellen die Verteidiger einen neuen Befangenheitsantrag gegen die Richterin – wie schon am Morgen. Über die Anträge entscheidet ein anderes Gericht. Sollte ihnen stattgegeben werden, muss die Verhandlung zunächst ausgesetzt werden.

Prozess dauert mindestens bis August

Die nächsten Prozesstermine sind der 18. Juli und der 8. August. Am 18. Juli werden aber Lohfink und ihre Verteidiger nicht kommen – es ist ein Überbrückungstermin, damit das Verfahren nicht platzt.

In dem Prozess geht es um die Frage, ob die ehemalige "Germany's next Topmodel"-Kandidatin zwei Männer zu Unrecht der Vergewaltigung im Jahr 2012 beschuldigte. Von dem Abend gibt es ein Video, das von den Männern aufgenommen wurde. Darin soll zu hören sein, wie Gina-Lisa Lohfink "Hört auf" fehlt. Das Video stand zeitweise auch auf einer Pornoseite, wo es später gelöscht wurde.

Für die Verbreitung des Sex-Videos mit Lohfink sind die Männer bereits verurteilt worden, der Vorwurf der Vergewaltigung erhärtete sich damals laut Gericht nicht. Die heute 29-jährige Lohfink sollte wegen falscher Verdächtigung 24.000 Strafe bezahlen. Weil sie das nicht akzeptierte, steht sie nun vor Gericht.

Beschuldigter sieht sich selbst als Opfer

Einer der Männer, die von Gina-Lisa Lohfink der Vergewaltigung bezichtigt worden sind, sprach am Montag vor Gericht von einvernehmlichem Sex an drei aufeinanderfolgenden Tagen im Juni 2012. "Ich würde niemals etwas machen, was sie nicht will", sagte der 28-jährige Fußballer. Er habe Gefühle für Lohfink gehabt.

Der Mann sagte außerdem, er habe damals den Strafbefehl geschluckt, damit die Sache nicht noch weiter öffentlich werde. "Ich habe sehr darunter gelitten, das hat meiner Karriere geschadet."

dpa/RND

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