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„Godspots“ ermöglichen Surfen für jedermann

Kirchen richten WLAN-Spots ein „Godspots“ ermöglichen Surfen für jedermann

Der besondere Zugang zu Gott: Bis zum Kirchentag 2017 sollen in allen 3000 evangelischen Kirchtürmen und kirchlichen Einrichtungen in Berlin und Brandenburg WLAN-Hotspots installiert werden. Jeder in der Nähe einer Kirche soll kostenlos mit dem Smartphone im Internet surfen können. 

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Zugang zu Gott: Unter anderem in der Gedächtnis-Kirche in Berlin soll es WLAN geben.

Quelle: dpa

Berlin/Brandenburg. Man kann es nicht anfassen, es ist gewissermaßen unendlich, und manche behaupten sogar, es beherrscht als unsichtbares Weltgedächtnis die Weltenläufe. Dem Internet werden mitunter gottähnliche Eigenschaften zugeschrieben. Die evangelische Kirche, gegenüber der Ständig-Online-Philosophie unserer Zeit eher skeptisch eingestellt, versucht sich nun in der Versöhnung von Glaube und Netz. Bis zum Kirchentag 2017 sollen in allen 3000 Kirchtürmen und kirchlichen Einrichtungen in Berlin und Brandenburg WLAN-Hotspots installiert werden. Jeder in der Nähe einer Kirche soll kostenlos mit dem Smartphone im Internet surfen können. Einen eingängigen Namen haben die Funker Gottes für ihr Hotspot-Angebot bereits gefunden: „Godspots“ heißen die Einwählpunkte der Kirche – Zugänge zu Gott.

Der Zugang ist allerdings nicht aufs Religiöse beschränkt. Wer sich mit seinem Smartphone in das Netz einwählt, soll zwar zunächst eine Startseite der Kirchengemeinde mit Informationen und Glaubensangeboten zu sehen bekommen. Anschließend allerdings kann man sich frei in der nicht gerade lasterarmen digitalen Welt bewegen. Das kostenlose Internet sei der Versuch, die digitale Welt mit den „analogen Kirchen“ zu verbinden, sagt Fabian Kraetschmer, IT-Leiter der Evangelischen Kirche in Berlin und Brandenburg. „Auch da ist der Zugang kostenlos, auch dort darf man reingehen, sich einfach so erholen, ohne dass man direkten Kirchenbezug hat“, sagt Kraetschmer. Außerdem sollten die Nutzer über das Kirchennetz „sicher und vertrauensvoll kommunizieren“. Der „Godspot“ soll von einem Dienstleister eingerichtet werden, der das sogenannte Provider-Privileg für sich in Anspruch nehmen darf. Die Kirche ist so nicht für die Verbindungen ihrer Nutzer verantwortlich.

Womöglich bleibt das Angebot nicht auf Berlin und Brandenburg beschränkt. Kraetschmer kann sich vorstellen, bundesweit Kirchen zu WLAN-Empfängern zu machen – auch in katholischen Gotteshäusern. Angst vor unaufmerksamen Gottesdienstbesuchern hat die Kirche nicht. „Menschen sind nicht weniger spirituell als früher. Aber die Orte der Kommunikation haben sich verschoben.“

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