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Pfund-Banknoten werden waschmaschinenfest

Kunstoffgeldschein vorgestellt Pfund-Banknoten werden waschmaschinenfest

Großbritannien tauscht Papiergeldscheine gegen Kunststoffnoten aus – die sind waschmaschinenfest. Am Donnerstag wurde die neue Fünf-Pfund-Kunstoffbanknote vorgestellt. Die Idee dazu hatte ein Kanadier.

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Die neuen Fünf-Pfund-Kunstoffbanknoten überleben sogar einen 90 Grad Waschgang.

Quelle: Simon Dawson

London. Dass die Briten besonders eifrige Geldwäscher wären, konnte man bislang nicht behaupten. Dennoch werden sie die Ersten sein, die in Kürze die ersten wirklich waschmaschinenfesten Banknoten verwenden: Die Bank of England will künftig Geldscheine aus Plastik herausgeben.

Am Donnerstag wurde der staunenden Öffentlichkeit die neue Fünf-Pfund-Kunstoffbanknote mit dem Konterfei von Winston Churchill vorgestellt, die ab September die alten Fünfer ersetzen soll.

Polymer-Banknoten: Eine kanadische Idee

Zu verdanken haben das die Briten ihrem Zentralbankchef Mark Carney. Der Mann ist Kanadier, und in Kanada gibt es schon länger Polymer-Banknoten. Auch Australien, wo der Siegeszug des Plastikgeldes 1988 begann, und rund 30 weitere Staaten bevorzugen heute die Geldscheine aus sogenanntem biaxial orientiertem Polypropylen (BOPP).

Doch mit Großbritannien wird erstmals eine der größten Volkswirtschaften der Welt ihr Papier- gegen Kunststoffgeld eintauschen. Die unverwüstliche Zehn-Pfund-Note soll im nächsten Jahr, der 20-Pfund-Schein dann 2020 Einzug halten.

Plastikgeld, argumentieren seine Verfechter, sei viel haltbarer als die herkömmlichen Banknoten aus Baumwollpapier. Selbst einen Waschgang bei 90 Grad wird der neue Fünfer unbeschadet überstehen – erst nach fünf Durchgängen, so haben Tests gezeigt, soll der Schein etwas zu verblassen beginnen.

Viel sauberer als die Papieralternative

Aber Plastikgeld hat noch weitere Vorteile. Unter anderem sei es, wirbt die Zentralbank, viel sauberer als die Papieralternative, denn Schmutz jeder Art – Rotwein, Ketchup, Altöl – lasse sich einfach abwischen.

Victoria Cleland, die für die Einführung zuständige Hauptkassiererin der Bank of England, strich obendrein die wirtschaftlichen Vorzüge der Umstellung heraus. Bis zu 2,5-mal langlebiger als die konventionellen Fünf-Pfund-Noten aus Papier seien die neuen Scheine, die Bank of England spare dadurch in den nächsten zehn Jahren bis zu 100 Millionen Pfund.

Schlechte Nachrichten gibt es lediglich für Falschmünzer. Die Polymer-Banknoten weisen deutlich bessere Sicherheitsfunktionen auf als ihre papiernen Vorgänger. Sie zu fälschen dürfte so gut wie unmöglich sein – selbst nach fünf Waschgängen.

Von Jochen Wittmann

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