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Queen lästert über "unverschämte" Diplomaten

Peinliche Mikrofonpanne Queen lästert über "unverschämte" Diplomaten

Eigentlich äußert sich Queen Elizabeth II. nicht politisch. Aber mit einer britischen Polizisten lästerte sie jetzt über die "unverschämten chinesischen Diplomaten". Offenbar hatte sie nicht bemerkt, dass eine Kamera alles aufzeichnete.

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Die stets diskrete britische Königin (hier mit ihrem Mann Prinz Philip) hat sich in einem unbelauscht geglaubten Moment recht undiplomatisch über chinesische Regierungsvertreter beklagt.

Quelle: Facundo Arrizabalaga

London. Bei einem Empfang zu ihrem 90. Geburtstag plauderte die Queen mit der Londoner Polizeioffizierin Lucy D'Orsi – und eine Kamera schnitt das Gespräch mit, wie am Dienstag bekannt wurde.

Zunächst klagte D'Orsi, die im Oktober beim Staatsbesuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in London mitverantwortlich für die Sicherheit war, über das Verhalten der Gäste aus Peking. Als die Königin erfuhr, welche Aufgabe die Polizeibeamtin hatte, kommentierte sie dies laut den Kameraaufnahmen mit den Worten: "Oh, was für ein Pech."

Queen setzt spitze Bemerkung hinterher

D'Orsi berichtete bei der Gartenparty, wie abrupt die chinesischen Gäste ein Treffen mit der britischen Botschafterin in China, Barbara Woodward, beendet hätten. Die Queen merkte daraufhin an: "Sie waren sehr unhöflich mit der Botschafterin." Und schloss gleich noch ein spitzes "Außerordenlich!" an.

Ein Sprecher des Königshauses wollte die "privaten Unterhaltungen" der Queen nicht kommentieren. Er beschrieb den Staatsbesuch von Xi aber als "extrem erfolgreich". Auch die Londoner Polizei wollte sich zu dem "privaten Gespräch" der Königin mit der Polizeioffizierin nicht äußern.

Elizabeth II. gab bisher kein Interview

Die Queen äußert in der Öffentlichkeit nie ihre politischen Ansichten und ist bekannt für ihre Zurückhaltung und Diskretion. In ihrer 64 Jahre währenden Regentschaft hat sie bis heute kein einziges Interview gegeben.

Das chinesische Außenministerium gab sich am Mittwoch schmallippig. Die Visite von Präsident Xi in London sei "sehr erfolgreich" gewesen, sagte Ministeriumssprecher Lu Kang. Dies werde von beiden Seiten so anerkannt. Allerdings wurde die Sendung von BBC World in China, in der über die Äußerungen von Elizabeth II. berichtet wurde, unterbrochen.

Cameron tritt in ein Fettnäpfchen

Ebenfalls am Dienstag war bekannt geworden, dass der britische Premierminister David Cameron in ein Fettnäpfchen getreten war: In einem nicht für die Öffentlichkeit bestimmten Gespräch mit Königin Elizabeth II. bezeichnete er Nigeria und Afghanistan als die "vielleicht korruptesten Länder der Welt".

Die Präsidenten beider Länder sind Gäste eines Anti-Korruptions-Gipfels am Donnerstag in London. Auch Cameron wurde Opfer eines Kamera-Mitschnitts, der vom Fernsehsender ITV aufgenommen und über Twitter ins Internet gestellt wurde.

afp/RND

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