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5 Dinge, bei denen sich Umweltschützer irren

Grüne Irrtümer 5 Dinge, bei denen sich Umweltschützer irren

Um die Umwelt zu schonen, kaufen viele Konsumenten Papier- statt Plastiktüten und nutzen das Kurzprogramm der Waschmaschine. Nicht immer ist die Entscheidung so ökologisch wie gewünscht.

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Plastik- oder Glasflasche – was ist denn nun eigentlich umweltfreundlicher?

Quelle: iStock (Symbolbild)

Irrtum: Glasflaschen sind umweltfreundlicher als Plastikflaschen

Was passiert eigentlich mit Plastikflaschen, nachdem sie im Laden zurückgegeben wurden? Werden sie neu befüllt oder lediglich geschreddert? Bei Ersterem handelt es sich um Mehrwegflaschen, bei Letzterem um Einweg. Knapp die Hälfte der Deutschen kann Mehrweg und Einweg nicht voneinander unterscheiden. Kein Wunder: Eine einheitliche Kennzeichnung gibt es nicht. Beides stecken Konsumenten in einen Automaten und bekommen Geld zurück. Dabei ist es wichtig, den Unterschied zu kennen, denn die dickwandigeren Mehrweg-PET-Flaschen sind deutlich umweltfreundlicher: Sie können bis zu 15-mal wiederbefüllt werden. Das spart Rohstoffe.

Am einfachsten kann man Einweg und Mehrweg am Pfand unterscheiden: Für Einwegflaschen werden immer 25 Cent berechnet (ausgenommen sind Saft- und Milchgetränke, die vom Pfand befreit sind), für Mehrweg ist es meist weniger. Und ist Glas nicht trotzdem besser? Hauptsache, Mehrweg – egal ob aus Glas oder Plastik, so das Fazit der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Die Umweltbilanz ist bei beiden nahezu gleich: PET ist leichter und kann dadurch klimaschonender transportiert werden, Glas kann dafür häufiger, bis zu 50-mal, wiederbefüllt werden.

Tipp: Wasser ist am umweltfreundlichsten direkt aus der Leitung.

Irrtum: Kurzprogramme beim Wäschewaschen sparen Energie

Je länger der Waschgang dauert, desto mehr Energie und Wasser verbraucht die Waschmaschine – so denken viele und wählen lieber ein Kurzprogramm. Dabei brauchen Kurzprogramme pro Kilogramm Wäsche in der Regel sogar mehr Strom und Wasser. Was sie sparen, ist Zeit. Wer Energie sparen will, wählt besser das Eco-Programm. Was man wissen sollte: Da das Aufheizen der Lauge am meisten Strom verbraucht, wird die Waschtemperatur im Energiesparprogramm heruntergeregelt. Obwohl 60 Grad eingestellt wird, wäscht die Maschine faktisch nur zwischen 40 und 55 Grad, manche noch nicht mal 30 Grad, wie Stiftung Warentest herausgefunden hat. Durch die längere Waschdauer, bis zu drei Stunden und mehr, wird die Wäsche trotzdem sauber – und verbraucht nur noch bis zu ein Drittel an Energie im Vergleich zum Normalprogramm. Bei Hausstauballergien, Pilz- oder Durchfallerkrankungen wählt man jedoch besser das Normalprogramm.

Tipp: Falls die Waschmaschine müffelt, diese mit einem normalen 60-Grad-Programm und Vollwaschmittel (enthält Bleiche, die Bakterien beseitigt) leer durchlaufen lassen.

Irrtum: Papiertüten schonen die Umwelt

Plastiktüten werden in der Regel aus dem Kunststoff Polyethylen hergestellt, einem langlebiges Material, das nicht natürlich abbaubar ist. Die Folge: riesige Müllstrudel in den Ozeanen und kleinste Plastikteilchen, die von Tieren gefressen werden und so in unsere Nahrungskette gelangen. Dazu kommt: Die Grundlage für Plastik ist kostbares Erdöl. Sind Papiertüten besser? „Eine Papiertüte benötigt in der Herstellung mehr Ressourcen als eine aus Plastik“, erklärt Thomas Fischer von der DUH. „Für die Produktion langer und reißfester Papierfasern werden viel Energie, Wasser und auch Chemikalien eingesetzt.“

Tipp: Immer einen Stoffbeutel in die Handtasche packen. Öfter lose Ware auf dem Wochenmarkt, beim Gemüsehändler oder in einem der neuen Unverpackt-Läden einkaufen.

Irrtum: Sojadrinks und Tofuwürste vernichten den Regenwald

Deutschland importiert große Mengen Soja aus Südamerika – überwiegend gentechnisch verändert und aus ehemaligen Regenwaldgebieten. Allerdings nicht für die Tofuwurst, sondern für das Steak auf dem Teller. Denn: 80 Prozent der deutschen Sojaimporte werden als Schrot an Rinder, Schweine und Geflügel verfüttert. Die Ackerflächen in Deutschland reichen nicht, um genügend Eiweißpflanzen für die Nutztiere anzubauen. Die 2 Prozent Soja, die für die Herstellung von Tofu und Co. verwendet werden, stammen meist von europäischen Äckern, sind gentechnikfrei und überwiegend bio.

Tipp: Auf Biofleisch umsteigen. In der ökologischen Landwirtschaft gibt es nur so viele Tiere auf dem Hof, wie dieser auch selbst versorgen kann. Gentechnisch verändertes Futter ist verboten. Und: Tierisches Eiweiß häufiger durch pflanzliches Eiweiß ersetzen. Das steckt nicht nur in Soja, sondern auch in Bohnen, Erbsen, Linsen und Lupinen.

Irrtum: Das Leben auf dem Land ist grüner und ökologischer

Je größer der Wohnort, desto weniger belastet der Einzelne die Umwelt. Dafür gibt es mehrere Gründe: In der Stadt können Ziele leichter zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden. Auf dem Land benötigt man meist ein Auto, um zur Arbeit zu kommen oder einzukaufen. Das Mehrfamilienhaus in der Stadt verbraucht weniger Fläche als das Eigenheim im Grünen und aufgrund der geringeren Außenfläche auch weniger Energie fürs Heizen. Auch für die Infrastruktur wie Straßen, Rohre oder Kabel werden in der Stadt anteilig pro Person weniger Material und Energie benötigt. Aber: Dichte, urbane Räume brauchen Grün. Bäume und Sträucher, begrünte Dächer und Fassaden reinigen die Luft.

Tipp: Wer seine Stadt ein bisschen grüner machen möchte, kann die Fläche rund um einen Straßenbaum bepflanzen. Das verbessert die Vitalität der oft geschundenen Bäume – und zaubert vorbeigehenden Menschen ein Lächeln ins Gesicht. Worauf man dabei achten sollte, steht im Flyer „Baumscheibenbepflanzung“ der BUND-Gruppe Leipzig (online kostenlos als PDF).

Von Monika Herbst

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