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Wer zahlt, wenn der Böller das Auto trifft?

Schäden durch Feuerwerk Wer zahlt, wenn der Böller das Auto trifft?

Es passiert immer wieder: Ein Böller landet versehentlich am Kragen des Nebenmanns oder beschädigt ein parkendes Fahrzeug. Wer haftet dann? 

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Schön, aber auch gefährlich: Feuerwerk und Raketen können schnell einen Brand auslösen.

Quelle: Jens Wolf/dpa

Hannover. Auch in dieser Silvesternacht werden die Deutschen wohl wieder für mehr als hundert Millionen Euro Feuerwerk zünden. Die Ausgaben werden schnell noch höher, wenn die Kracher Schäden an Haus, Auto oder in der Wohnung anrichten. Die Versicherungen rechnen mit bis zu 12.000 Bränden und einem Schaden von 29 Millionen Euro.

Nicht alle Schäden werden von der Versicherung erstattet. Vor allem, wer mutwillig mit Böllern Unsinn treibt, kann das am Ende teuer bezahlen. Ein Überblick über typische Schadensfälle:

Böller im Briefkasten

Der Klassiker ist der von Böllern zerfetzte Briefkasten am Neujahrsmorgen: Der Hauseigentümer sollte sich in einem solchen Fall an seine Wohngebäudeversicherung wenden, die den Schaden dann regulieren wird, empfiehlt der Bund der Versicherten (BDV). Das gelte auch für andere Schäden am Gebäude, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherten (GDV) erklärt.

Schaden im Haus

Verursacht eine Silvesterrakete (abgefeuert durch einen Unbekannten) einen Wohnungsbrand, tritt die Hausratversicherung für die Schäden ein, die durch Rakete, Feuer oder Löschwasser an der Einrichtung entstanden sind. Äußere Schäden am Haus oder am Dach begleicht die Wohngebäudeversicherung.

Zündelnde Partygäste

Zündet ein Gast auf der Silvesterparty einen Knaller im Gebäude, übernimmt dessen private Haftpflichtversicherung den Schaden in der Regel nur, wenn dies nicht vorsätzlich geschehen ist. Wer absichtlich Sachen beschädigt, dem kann die Versicherung den Schadensersatz ganz oder teilweise verweigern.

Auch wer im angetrunkenen Zustand mutwillig Schaden verursacht, haftet, mahnt die Gothaer Versicherung. Einzige Ausnahme sei, wenn andere den Schadenverursacher ohne dessen Wissen mit Alkohol abgefüllt hätten.

Böllernde Kinder

Eltern haften für ihre Kinder, nicht die Versicherungen: Dies gilt immer dann, wenn Eltern ihre minderjährigen Kinder unbeaufsichtigt mit Böllern spielen lassen. Versicherungen werten dies als grob fahrlässige Verletzung der Aufsichtspflicht und zahlen nichts.

Schäden am Auto

Wird das eigene Auto durch Feuerwerkskörper beschädigt, greift - so vorhanden - die Kaskopolice. Die Teilkasko kommt für Schäden am Lack, zerbrochene Scheiben oder einen Autobrand auf. Vollkaskoversicherungen übernehmen außerdem mutwillige Beschädigungen. Aber auch hier gilt die eherne Regel: Die Versicherung zahlt nur, wenn der Verantwortliche unerkannt bleibt.

Verletzte Menschen

Wer sich beim Hantieren mit Feuerwerkskörpern verletzt und dabei einen dauerhaften Schaden davonträgt, könne Leistungen aus der privaten Unfallversicherung erhalten, erklärt der Gesamtverband der Deutschen Versicherer (GDV). "Heilbehandlungskosten sind allerdings Sache der Krankenversicherung."

Illegale Böller

Böller-Freunde sollten generell nur Produkte verwenden, die von der Bundesanstalt für Materialforschung (BAM) geprüft und zugelassen sind oder die das europäische CE-Zeichen tragen - und das fehlt den Böllern in der Regel, die aus dem Ausland eingeschmuggelt worden sind. Haftpflichtversicherungen zahlen aber keine Schäden, wenn illegale Böller vorzeitig explodieren und etwa gefährliche Verletzungen verursachen. 

Wann haftet der Verursacher?

Landet ein Heuler versehentlich im Kragen des Nebenmanns oder beschädigt ein parkendes Fahrzeug, muss man dafür nicht unbedingt haften, erklärt der Bund der Versicherten (BdV). Voraussetzung: Sicherheitshinweise der Hersteller wurden befolgt und örtliche Gegebenheiten beachtet.

In so einem Fall muss nicht einmal die private Haftpflichtversicherung desjenigen zahlen, der den Böller oder Heuler gezündet hat. Denn allgemein gilt das Abbrennen als Brauch, der den Gefahren des täglichen Lebens zuzuordnen ist.

Wer allerdings gezielt Knaller auf Leute oder Fahrzeuge wirft, muss haften - unter Umständen persönlich, denn in dem Fall kann die private Haftpflichtversicherung die Zahlung verweigern, wenn sie Vorsatz auf Verletzungen oder Schäden erkennt. Das sei dann vom Einzelfall abhängig, so der BdV.

afp/dpa/wer

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