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Gericht verhandelt über die Schuld einer Kuh

Tote Spaziergängerin Gericht verhandelt über die Schuld einer Kuh

Hat die Kuh Verona eine Spaziergängerin getötet? Mehr als vier Jahre danach ist diese Frage noch nicht geklärt. Jetzt sollen Gutachter klären, ob andere Kühe als "Täter" infrage kommen. Erst dann will das Amtsgericht Dillenburg den Fall entscheiden.

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Kuh "Verona" (Archivbild von 2011) soll eine 57-jährige Frau auf einer Weide zu Tode getrampelt haben.

Quelle: Boris Roessler/dpa

Dillenburg. Die Kuh Verona soll im August 2011 eine 57-jährige Spaziergängerin in Mittelhessen überrannt und getötet haben. "Das Opfer hatte ein schweres Brustkorbtrauma. Die Lunge war zerstört, Teile der Leber und der Herzspitze. Das war tödlich", erklärte eine Rechtsmedizinerin später vor dem Amtsgericht Dillenburg, wie die "Bild"-Zeitung berichtete. Die Kuh wollte vermutlich ihr Kalb vor einem Hund beschützen, mit dem die Frau unterwegs war. Der Fall ereignete sich bei Greifenstein (Lahn-Dill-Kreis).

Neue Verhandlung wegen formaler Mängel

Dieser erste Prozess im Jahr 2013 endete mit einem Schuldspruch für die Kuh und deren Halterin. Veronas Besitzerin wurde verwarnt und erhielt eine Geldstrafe auf Bewährung wegen fahrlässiger Tötung. Das Oberlandesgericht in Frankfurt ordnete dann aber wegen formaler Mängel eine neue Verhandlung an.

Doch ehe der Fall erneut vor dem Amtsgericht Dillenburg verhandelt werden kann, sind weitere Gutachten nötig, wie ein Justizsprecher sagte. Diese sollen klären, ob nicht auch andere Kühe als "Täter" infrage kommen. Die Tiere sollen zum Zeitpunkt des Unfalls ebenfalls in der Nähe gewesen sein.

Zeugin belastet angeblich Nachbarbauern

"Das ist eine sehr schwierige und mühselige Aufklärungsarbeit", sagte der Gerichtssprecher nun zu den Prozessvorbereitungen. Bereits im Sommer waren neue Gutachten in dem Fall erstellt worden. Ein Termin für den Prozess steht weiter aus.

Schon in der ersten Verhandlung soll eine Zeugin einen Nachbarbauern belastet haben, berichtete damals die "Bild"-Zeitung. "Von dem rennen dauernd Rinder frei rum!", soll sie im Prozess gesagt haben. Ein Forensiker habe aber versichert: "Wir haben die DNA-Spuren an der Kleidung und der tatverdächtigen Kuh untersucht. Es gibt keine Hinweise auf eine andere Kuh. Alle Merkmale passen wunderbar zu Verona."

dpa/wer

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