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Panorama "Gutmensch" ist das Unwort des Jahres
Nachrichten Panorama "Gutmensch" ist das Unwort des Jahres
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15:56 12.01.2016
Heute wird zum 25. Mal das "Unwort des Jahres" verkündet. Quelle: dpa
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Darmstadt

"Gutmensch" ist das "Unwort des Jahres 2015". Das teilte die Sprecherin der "Unwort"-Jury, die Sprachwissenschaftlerin Nina Janich, am Dienstag in Darmstadt mit. Das Schlagwort in Zusammenhang mit der Flüchtlingshilfe diffamiere "Toleranz und Hilfsbereitschaft pauschal als naiv, dumm und weltfremd, als Helfersyndrom oder moralischen Imperialismus", hieß es zur Begründung. Die Aktion "Unwort des Jahres" gibt es seit 1991. "Gutmensch" ist damit das 25. "Unwort".

Der Ausdruck "Gutmensch" floriert den Sprachexperten zufolge nicht mehr nur im rechtspopulistischen Lager als "Kampfbegriff", sondern werde auch von Journalisten in Leitmedien als Pauschalkritik an einem "Konformismus des Guten" benutzt. "Die Verwendung dieses Ausdrucks verhindert einen demokratischen Austausch von Sachargumenten", sagte Janich.

Der Ausdruck "Gutmensch" wurde 64 Mal und damit am dritthäufigsten eingesendet. 1644 Einsendungen waren eingegangen, mehr als in den Jahren 2014 (1246) und 2013 (1340).

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2014 gewann der Begriff "Lügenpresse": Diese pauschale Verurteilung "verhindert fundierte Medienkritik und leistet somit einen Beitrag zur Gefährdung der für die Demokratie so wichtigen Pressefreiheit", betonte die Jury.

Für die sprachkritische Jury standen neben dem Begriff "Gutmensch" noch weitere Schlagworte zum Thema Flüchtlinge zur Auswahl, wie etwa "Flüchtlingskrise" oder "Asylkritiker". Die Jury könne dieses Thema kaum ignorieren, meinte die Sprachwissenschaftlerin Nina Janich als deren Sprecherin bereits vor der Verkündung.

Thema noch nie so präsent

Bei den Einsendungen für das "Unwort" sei noch nie ein Thema so präsent gewesen. Insgesamt sollen drei Viertel der Einsendungen aus dem Flüchtlingsdiskurs stammen.

Die Jury der Sprachkritischen Aktion besteht aus vier Sprachwissenschaftlern verschiedener Universitäten und einem Journalisten. In diesem Jahr wurde sie durch den Kabarettisten Georg Schramm ergänzt. Die Mitglieder wählen aus Vorschlägen aus, die ihnen zugeschickt werden. Die Aktion will für Sprache sensibilisieren und auf undifferenzierten, verschleiernden oder diffamierenden Gebrauch aufmerksam machen.

Neben dieser Jury wählt davon getrennt die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden das "Wort des Jahres". Für 2015 entschied sie sich für den Begriff "Flüchtlinge".

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Die Gesellschaft für deutsche Sprache kürte 2014 die "Lichtgrenze" zum Wort des Jahres: Es spiegele in besonderer Weise die großen Emotionen wider, die das Ende der DDR im Herbst 1989 auch 25 Jahre später noch in ganz Deutschland hervorruft, so die GfdS.Auf den Plätzen folgten: "Schwarze Null" und "Götzseidank" (in Anlehung an den WM-Finaltorschützen Fußball-WM).

dpa/afp/zys

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