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Polizei fängt Spinne – und wird verspottet

Kritik an Notruf in Berlin Polizei fängt Spinne – und wird verspottet

Die Berliner Polizei hat eine große Spinne eingefangen – und erntet dafür Hohn und Spott. Viele Menschen wundern sich, dass die Beamten wegen eines so harmlosen Krabbeltiers gerufen werden – und dass sie dann auch noch hinfahren.

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Die Berliner Polizei muss sich wegen eines Einsatzes rechtfertigen: Ein Mann hatte sie wegen einer harmlosen Spinne gerufen.

Quelle: dpa

Berlin. "Gestern Nacht erreichte Kollegen unseres Abschnitt 35 ein Spinnen-Notruf im Wedding", berichtet die Berliner Polizei auf ihrer Facebook-Seite – und dann folgt ein launischer Einsatzbericht, der nicht ganz ernst gemeint ist. Ein Mann habe eine Mitbewohnerin in seiner Wohnung entdeckt, "die sich ohne sein Einverständnis einquartiert habe", schrieb die Polizei. "Sie zahle keine Miete und sei auch nicht in der Wohnung amtlich gemeldet." Er habe deshalb die Polizei gerufen, und nachdem die Kollegen eingetroffen waren, habe er ihnen "die neu entdeckte arachnide Mitbewohnerin der Gattung 'dickes schwarzes iiih''.

Die Spinne wurde von den Beamten eingefangen und in einem Karton aus der Wohnung gebracht. Die Polizei schreibt dazu: "Die unliebsame Unbekannte konnte durch umfangreiche Ermittlungen als ungefährlich eingestuft werden." Und: Mangels genügender Handfesseln für die Achtbeinerin erfolgte der Transport ungefesselt." Tierschützer müssten sich keine Sorgen machen: "Die gliederfüßige Gesellin wurde natürlich an einem geeigneten Ort wieder freigelassen." Die Polizisten stellten klar, dass sie nicht zurückkommt. "Sie versprach, künftig alle acht Augen offen zu halten, um nicht erneut in eine solche Lage zu kommen."

Polizei reagiert auf die Kritik

Auf Facebook wunderten sich viele Menschen über den Einsatz. "Lustig ist es schon", schrieb eine Frau. "Aber deshalb den Notruf wählen???" Ein Mann lästerte: "Wenn bei McDonald's die Chicken Nuggets alle sind oder ich um 9:59 Uhr schon kein Frühstück mehr bekomme, rufe ich dann 110 oder 112?" Jemand meinte: "Ich könnte ja darüber lachen, aber muss wegen einer Spinne die Polizei geholt werden?" Eine Frau meinte: "Mit so einem Monster musste ich ganz allein fertig werden (...) die war schnell und ist gesprungen, Handtellergroß... der Staubsauger war dann meine Rettung, ich glaube der steht immer noch draußen, seit 1,5 Jahren, armer Sauger."

Der Notruf sei kein Fehler gewesen, betonte die Polizei. "Im Zweifel kommen wir lieber einmal zu oft", hieß es unter Verweis auf frühere Fälle. Einmal sei zum Beispiel eine Giftspinne aus einem privaten Terrarium getürmt. Auch in Ulm wurde die Polizei schon einmal wegen einer "riesigen Spinne" gerufen. Gleichzeitig warnte die Polizei, wer wegen einer normalen Weberknecht-Spinne Alarm schlage, könne mit Ärger rechnen. "Die Kollegen wurden deshalb geholt, weil der Anrufer nicht ausschließen konnte, dass von der Spinne eine Gefahr ausgeht", erklärte die Polizei. "Im Wissen, dass es sich um eine Hausspinne handelt, sollte natürlich niemand den Notruf wählen. Das kann teuer werden."

dpa/RND/wer

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