Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Kein Methadon in Haft: Menschenrechtsverstoß
Nachrichten Panorama Kein Methadon in Haft: Menschenrechtsverstoß
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:25 01.09.2016
Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass heroinabhängigen Häftlingen kein Methadon verwehrt werden darf. Quelle: dpa
Anzeige
Straßburg

Deutschland hat gegen die Menschenrechte verstoßen, indem einem heroinabhängigen Häftling aus Bayern über Jahre im Gefängnis ein Ersatzstoff wie Methadon verwehrt wurde. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg wertete das in einem Urteil vom Donnerstag als unmenschliche Behandlung. Beschwerde eingereicht hatte ein 1955 geborener Mann, der in der Justizvollzugsanstalt im bayerischen Kaisheim jahrelang kein Methadon bekommen hatte.

Die Ersatzdroge Methadon

Methadon dient als synthetischer Drogenersatz in der Suchttherapie. Der opiatähnliche Stoff unterdrückt Entzugssymptome, macht aber ebenfalls süchtig. Anders als Heroin führt Methadon jedoch nicht zu rauschartigen Zuständen. Methadon kann als Tablette geschluckt werden oder in flüssiger Form. Weil es einen bitteren Geschmack hat, wird es mit Saft verdünnt getrunken. Die Ersatzdroge soll Abhängigen dabei helfen, aus der Beschaffungskriminalität herauszufinden und ein weitgehend normales Leben zu führen. Methadon wirkt ähnlich wie Morphium, gilt aber als noch stärkeres Schmerzmittel. Eine Überdosierung kann zum Tod führen. Besonders für Kinder ist Methadon schon in geringer Dosierung gefährlich.

In Deutschland entscheidet nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin (DGS) jede Haftanstalt selbst, ob sie ein Methadon-Programm anbietet. Bayernweit bekamen nach Angaben des Justizministeriums 2015 nur 45 von 2200 bis 3000 heroinabhängigen Häftlingen einen Ersatzstoff. In Berlin seien es vier Prozent aller Gefangenen, in Nordrhein-Westfalen zehn Prozent.

Gegen das Urteil kann binnen drei Monaten Berufung eingelegt werden, es ist noch nicht rechtskräftig.

dpa/RND

Mit ihrem Facebook-Post über wildpinkelnde Kinder hat Moderatorin Sarah Kuttner eine heftige Debatte ausgelöst. Beim Thema Pipi diskutieren Eltern und Kinderlose unterhalb der Gürtellinie und gehen aufeinander los. Doch warum ist die Kluft zwischen den Parteien überhaupt so groß?

01.09.2016

Die Wahl des richtigen Vornamens für ihr Kind machen manche Eltern zur Herkules-Aufgabe - die trotzdem manchmal schief geht. Eine Umfrage in Großbritannien liefert verblüffende Ergebnisse: Jede fünfte britische Mutter bedauert demnach die Namenswahl für ihr Kind.

01.09.2016

Ein Mann ist in der Nacht auf der A2 ums Leben gekommen. Die Umstände sind unklar: Offenbar hatte der Mann versucht, die Autobahn bei Magdeburg in Höhe einer Raststätte zu Fuß zu überqueren. Dabei wurde er überfahren.

01.09.2016
Anzeige