Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Hamburgs Wattenmeer ist Weltnaturerbe
Nachrichten Panorama Hamburgs Wattenmeer ist Weltnaturerbe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:13 27.06.2011
Der Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer gehört künftig zum Unesco-Weltnaturerbe Wattenmeer. Quelle: dpa
Anzeige
Paris

Eine Lücke ist geschlossen: Seit Montag gehört das gesamte deutsche Wattenmeer zum Unesco-Weltnaturerbe. Der Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer erhielt den prestigeträchtigen Titel in Paris. Seit Juni 2009 stehen bereits die mehr als 9500 Quadratkilometer großen Watt-Regionen vor Schleswig-Holstein, Niedersachsen und den Niederlanden als Weltnaturerbe auf einer Stufe mit Naturwundern wie der Serengeti-Steppe in Tansania oder dem Great Barrier Reef vor Australien. Nun fehlt nur noch der dänische Teil des Wattenmeeres.

„Die wirtschaftliche Nutzung der Elbe und des Wattenmeeres war für die Unesco kein Hindernis, diese Auszeichnung auszusprechen. Über die Entscheidung kann sich ganz Hamburg freuen“, sagte Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) nach der Bekanntgabe.

Die Hansestadt war mit ihren 137 Quadratkilometern um die Inseln Neuwerk, Schar- und Nigehörn im Januar 2008 bei der Bewerbung abgesprungen, weil der CDU-Senat sich um Auflagen bei der geplanten Elbvertiefung sorgte. Umweltschützer hatten diesen Ausstieg heftig kritisiert. Unter dem späteren schwarz-grünen Bündnis wurde die Region an der Elbmündung 2010 nachgemeldet. Für Hamburg ist es der erste Welterbe-Titel. „Ich finde es großartig, dass Hamburg im Jahr der Umwelthauptstadt diese weltweit höchste Naturschutz-Auszeichnung erhalten hat“, betonte Hamburgs Umweltsenatorin Jutta Blankau (SPD).

In dem hoch sensiblen Ökosystem leben nach Angaben der Umweltbehörde tausende Arten, beispielsweise Seehunde, Kegelrobben und Schweinswale. Unter anderem bieten Muschelbänke und Seegraswiesen Tieren Nahrung. Zehn bis Zwölf Millionen Zugvögel kommen jährlich. Ein ausgedehntes System aus großen Wattströmen und kleinen Prielen durchzieht weite Flächen. Kein anderes Gebiet der Erde hat eine größere zusammenhängende Sand- und Schlickfläche. Wind und Gezeiten formen die Landschaft ständig neu.

Der Hamburger Nationalpark gilt jetzt als „universelles Erbe der Menschheit“. Nach Angaben der Umweltbehörde macht das Areal rund 1,4 Prozent der Welterbefläche im Wattenmeer aus. Dieses erstreckt sich nun zusammenhängend über den deutschen und niederländischen Teil des Wattenmeeres.

Der Landesgeschäftsführer des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Manfred Braasch, erklärte nach der Entscheidung des Komitees: „Dies ist ein wichtiges Signal für den Erhalt dieses einmaligen Lebensraumes.“ Es sei zwar vorrangig ein symbolischer Titel, aber Deutschland müsse nun auch für den Hamburger Teil der Unesco über den Zustand des Gebietes, geplante Änderungen oder Konflikte bei Tourismus, Fischerei und Schifffahrt berichten.

Für eine Anerkennung als Welterbe musste belegt werden, dass die Region weltweit einzigartig ist. „Der Titel verpflichtet, den Lebensraum für nachfolgende Generationen zu erhalten“, sagte der Leiter des Nationalparks Hamburgisches Wattenmeer, Klaus Janke. Das Siegel gilt als international wirksames Werbeinstrument, um noch mehr Gäste anzuziehen.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein vier Jahre altes Mädchen hat in Bad Fallingbostel einen Sturz aus dem dritten Stock überlebt. Das Kind wurde aber schwer verletzt, meldete die Polizei am Montag. Die Kleine hatte das Fenster im Kinderzimmer geöffnet und war dann auf eine Rasenfläche vor dem Haus gefallen.

27.06.2011

Im Kleiderschrank eines Taschendiebes hat die Bundespolizei in Berlin einen Mann entdeckt, der mit zwei Haftbefehlen gesucht wurde. Der Mann hatte sich in der Wohnung eines 21-Jährigen in Berlin-Neukölln versteckt, der den Beamten am Sonntagmorgen an einem Geldautomaten im S-Bahnhof Strausberg aufgefallen war.

27.06.2011

Die Insulaner lehnen die Verbindung zur vorgelagerten Badedüne mehrheitlich ab. Zu groß war bei den Helgoländern die Sorge, dass die Ruhe auf Deutschlands einziger Hochseeinsel verloren ginge.

Margit Kautenburger 27.06.2011
Anzeige