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Weg mit der Handtasche!

Handtaschen-Weitwurf-WM Weg mit der Handtasche!

In Bottrop wird am Samstag wieder die Weltmeisterschaft im Handtaschen-Weitwurf ausgetragen. Der Entertainer Roberto Blanco sitzt in der Jury. Aber was soll dieser skurrile Wettkampf eigentlich?

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Joachim Mans, Weitwurf-Weltmeister vor zwei Jahren – mit 22,66 Metern.

Quelle: Caroline Seidel

Bottrop. Die „eiserne Lady“ in Großbritannien, Margret Thatcher, hat in den Achtzigerjahren einst einen bemerkenswerten Satz gesprochen: Der einzige sichere Ort in der Downing Street, ihrem Amtssitz als Premierministerin, sei ihre eigene Handtasche. Das sollte so viel heißen wie: Auf nichts werde die Regierungschefin, die ein Kontrollfreak gewesen sein soll, so sehr aufpassen wie auf dieses Accessoire.

Tatsächlich kann man die Bedeutung der Handtasche für viele Frauen nicht überschätzen. Das zumindest meinen die Organisatoren der Handtaschen-Weitwurf-Weltmeisterschaft, kurz „HTWWWM“, die seit dem Jahr 2012 alljährlich im Ruhrgebiet ausgerichtet wird. Heute kommen Teilnehmer aus Polen, den USA, der Türkei, Russland, den Benelux-Staaten, Neuseeland, Rumänien und vielen anderen Ländern in Bottrop zusammen. Sie treten an, um ihre Handtasche möglichst weit zu schleudern. Eine Jury misst nicht nur die Distanz, sondern auch die Eleganz des Wurfes. Die Moderatorin Margarethe Schreinemakers war schon mal im Preisgericht, das Model Natascha Ochsenknecht auch, diesmal ist der Entertainer Roberto Blanco dabei.

Erlaubt sind nur echte Handtaschen, ihr Wert ist egal. Plastiktüten oder Koffer sind nicht gestattet. Die Henkel dürfen nicht länger als 70 Zentimeter sein. Der Inhalt der Handtasche ist Sand - bei Frauen soll das Gewicht ein Kilo, bei Männern zwei Kilo betragen. Was das Ganze soll? Es dient vor allem der Belustigung - doch die Veranstalter werben - wie bei deutschen Großveranstaltungen dieser Art üblich - auch mit dem hehren Ziel der Völkerverständigung. Welche Religion, welche politische Haltung, welche Hautfarbe auch immer - die Handtasche soll ein Symbol der weltweiten Verbundenheit sein. So, wie in Ostfriesland regelmäßig mit Boßelkugeln geworfen wird oder in Schottland mit Baumstämmen, sind es im Ruhrgebiet eben die Handtaschen.

Allerdings: Ein Hauch von männlicher Überheblichkeit steckt auch hinter dem Wettbewerb. Der Gründer André Puchart hatte beobachtet, wie eine Dame überfallen wurde und der Dieb ihr alle Wertgegenstände entriss, nur die Handtasche nicht, denn die hatte sie ganz fest im Griff. Das Motto von Puchart lautet nun „Einfach mal loslassen“.

Von Fabian Meurer

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