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Panorama „Harvey“ wird zur teuersten Katastrophe der USA
Nachrichten Panorama „Harvey“ wird zur teuersten Katastrophe der USA
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10:43 31.08.2017
Warten auf den Wetterumschwung: In Turnhallen harren die Menschen auf Feldbetten aus. Viele von ihnen haben alles verloren. Quelle: imago
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Houston/Port Arthur

Während sich die Situation in der Millionenmetropole Houston etwas verbesserte, kämpften die Städte Beaumont und Port Arthur mit steigenden Wasserpegeln. „Harvey“ sollte östlich von Texas weiter durch Louisiana ziehen und am Donnerstag Mississippi erreichen, wie der nationale Wetterdienst mitteilte.

Das Hurrikan-Zentrum stufte den Sturm zwar inzwischen weiter herunter, warnte aber noch immer vor lebensbedrohlichen Bedingungen. Auch Tennessee und Kentucky rüsteten sich für mögliche Überschwemmungen. Die Zahl der Toten in Texas stieg weiter: Inoffizielle Schätzungen gingen von mehr als 20 Todesopfern aus, der Sender CNN etwa sprach von mindestens 28. Rettungskräfte bargen rund 8500 Menschen aus ihren Häusern; mehr als 30.000 suchten Zuflucht in Notunterkünften. In der Nähe von Houston drohte eine Chemiefabrik zu explodieren.

Mittlerweile gibt es auch erste Berechnungen, wie teuer der Wiederaufbau nach dem Tropensturm werden könnte. Nach Einschätzung des texanischen Gouverneurs Greg Abbott werde der Betrag, den man investieren müsse, „weit größer“ sein als nach dem Hurrikan „Katrina“ 2005. Damals seien 125 Milliarden Dollar (105 Mrd. Euro) zur Verfügung gestellt worden. Auch sei das Katastrophengebiet viel größer und bevölkerungsreicher als bei „Katrina“ oder auch „Sandy“ im Jahr 2012.

Kriegsschiffe vor der Küste von Texas

Die US-Marine kündigte an, am Donnerstag die Schiffe USS Kearsarge und die USS Oak Hill vor die Küste von Texas zu schicken. Sie sollen dort die örtlichen Behörden bei den Bergungs- und Rettungsarbeiten unterstützen. In Houston bringt die Nationalgarde Lebensmittel mittlerweile über den Luftweg in die Stadt.

In Port Arthur, das rund 160 Kilometer östlich von Houston entfernt ist, musste die größte Ölraffinerie der USA geschlossen werden. Eine Notunterkunft stand unter Wasser, sie wurde evakuiert. Manche Einwohner der Stadt fanden Zuflucht in einem Bowlingcenter, wie der Sender CNN berichtete. Die Behörden verhängten eine Ausgangssperre, die von 22 Uhr bis 6 Uhr gelten sollte.

In Louisiana traten die Flüsse Calcasieu und Sabine Rivers in einigen Gegenden über die Ufer. Straßen mussten wegen Überflutungen gesperrt werden. Der Bundesstaat schien am Mittwoch aber zunächst von dem Schlimmsten verschont zu bleiben. Gouverneur John Bel Edwards erklärte, die Lage sei ernst, aber man stehe bislang besser dar, als befürchtet worden war. Der Wetterdienst erwartete aber schwere Regenfälle in der Nacht. In einigen Bezirken wurde vor Sturzfluten gewarnt.

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Nach den schwersten Regenfällen in der US-Geschichte lässt sich in Houston wieder die Sonne blicken. Doch die Lage bleibt dramatisch.

„Harvey“ war am Freitag erstmals in Texas auf Land getroffen; seither kämpft die Gegend mit den verheerenden Folgen. Binnen weniger Tage fielen in dem Cowboy-Staat mancherorts bis zu 125 Zentimeter Regen pro Quadratmeter – ein Rekord für das Festland der USA. Zahlreiche Flüsse, darunter der Colorado, traten über die Ufer, Stauseen ergossen ihre Fluten über die Dämme. Einige Dämme wurden zur Entlastung bewusst geöffnet, was zu weiteren Überschwemmungen führte.

Mittlerweile werben zahlreiche US-Stars für Spenden zugunsten der Opfer des Tropensturms „Harvey“ – und gehen mit gutem Beispiel voran. Schauspieler Leonardo DiCaprio stellte laut einem Bericht des Magazins „TMZ“ eine Million US-Dollar (843.000 Euro) aus den Mitteln seiner Stiftung bereit. Auf Twitter teilte der Oscarpreisträger zudem einen Spendenaufruf der Organisation United Way. Talkshow-Moderatorin Ellen DeGeneres trommelte am Mittwoch in ihrer Sendung für das „Harvey“-Hilfsprojekt des Footballspielers JJ Watts, der in der US-Footballliga NFL für die Texans in der stark betroffenen Metropole Houston spielt.

US-Stars rufen zu Spenden auf

Während einer Live-Schalte mit dem Sportler überreichte sie im Namen der US-Supermarktkette Walmart einen Scheck über eine Million US-Dollar. Das Projekt, mit dem der NFL-Profi ursprünglich 200.000 Dollar hatte sammeln wollen, brachte bis zum Mittwochabend mehr als 8,5 Millionen US-Dollar für die Opfer des Sturms ein. Popstar und Schauspielerin Miley Cyrus („Wrecking Ball“) kündigte in derselben Sendung an, 500.000 US-Dollar für die Katastrophenhilfe in Houston zu geben. „Ich hoffe, dass die Leute sich in die Lage der Opfer hineinversetzen können, wie es sich anfühlt, wenn einem alles genommen wird“, sagte die 24-Jährige unter Tränen. Oscarpreisträger Jamie Foxx kündigte in einer Videobotschaft auf Instagram an, dass am 12. September eine große TV-Spendengala geplant sei. Er habe einer Hilfsorganisation bereits 25.000 Dollar zukommen lassen, sagte der Schauspieler.

Von dpa/RND

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