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#ImZugpassiert ist der neue Aufschrei bei Twitter

Sexuelle Belästigung #ImZugpassiert ist der neue Aufschrei bei Twitter

Es ist eine weitere Form des Aufschreis, der sich Anfang 2013 bei Twitter verbreitete: Unter dem Hashtag #Imzugpassiert berichten seit einigen Tagen Frauen von sexuellen Übergriffen in der Bahn. Die Diskussion verläuft kontrovers: Inzwischen wird über eigene Frauenabteile debattiert.

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Im Zug passiert: Beim Twitter berichten Frauen von sexuellen Belästigungen während der Bahnfahrt.

Quelle: dpa

Begonnen hatte alles am Karfreitag mit mehreren Tweets der gebürtigen Münchnerin Anna Lena Bankel (33), die ihre Erfahrungen im Zug schildert.

Sie forderte dazu auf, dass auch andere Frauen von sexuellen Belästigungen, die sich im Zug ereigneten, berichten sollen. Und tatsächlich scheint es kein Einzelphänomen zu sein: Hunderte von Frauen schildern ähnliche Erlebnisse von sexueller Belästigung, Störung der Privatsphäre und Degradierung des weiblichen Geschlechts zeugen.

Die Anzahl dieser Berichte verdeutlicht, dass sexuelle Belästigung noch immer ein alltägliches Phänomen ist und sich seit der Sexismusdebatte, die 2013 durch den Hashtag #aufschrei ausgelöst wurde, nicht viel geändert hat. 

Die Kommentare der Männer gehen dabei auseinander: Viele zeigen sich soldarisch, berichten von einem "Fremdschämen" beim Lesen der Tweets.

Andere wollen das Bild der eigenen Geschlechtergruppe zurechtrücken.

Wieder andere zeigen sich genervt von der anhaltenden Feminismusdebatte, verharmlosen die Belästigungen oder witzeln gar über die Erfahrungen der Frauen.

 

Der Hastag ist seit zwei Tagen unter den Top 5 der Deutschland Trends. Aus dem Erfahrungsaustausch und den Solidaritätsbekundungen hat sich eine Diskussion entwickelt, die unter #frauenabteil über extra Frauenabteile in Zügen berät. Erst an Gründonnerstag hatte die Mitteldeutsche Regiobahn verkündet,  dass sie Frauenabteile einführen werde, dies aber nichts mit sexueller Belästigung zu tun habe.

Dass dies die Fronten in der Genderdiskussion eher verschärfen als die Situation langfristig lösen wird, ist dabei ein häufig geteilter Kritikpunkt. Viele sehen darin eine vordergründige Maßnahme, die nicht dort ansetzt, wo das Kernproblem besteht: in den Köpfen der Menschen, in der Erziehung und in einem gleichberechtigten Miteinander.

kad

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