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Hatte Alice Schwarzer eine geheime Geliebte?

Autorin berichtet von früherer Beziehung Hatte Alice Schwarzer eine geheime Geliebte?

Die Berliner Autorin Waltraud Schade hatte nach eigenen Angaben in den 1970er Jahren eine Liebesbeziehung zu der Frauenrechtlerin Alice Schwarzer, während diese mit einem Mann liiert war. Über diese "spannungsgeladene, dramatische Liebe und deren Scheitern" schreibt Schade in ihrem neuen Buch.

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Alice Schwarzer ist die bekannteste deutsche Frauenrechtlerin. Angeblich soll sie in den 1970er Jahren ihren Freund mit einer anderen Frau betrogen haben.

Quelle: Rolf Vennenbernd

Berlin/Köln. Es trägt den Titel "Tango mit Alice". In den Text sind Schade zufolge auch damalige Briefe an sie von Schwarzer eingeflossen, die zu der Zeit in Paris mit einem Mann in einer festen Partnerschaft gelebt habe. Auf die Frage, warum sie die Beziehung zu der prominenten Frauenrechtlerin mehr als vier Jahrzehnte nach der – auch nur recht kurzen – Liaison nun öffentlich macht, sagte die Autorin: "Es kommt in einer Liebesbeziehung nicht auf die Länge oder Kürze an, sondern auf die Qualität. Und die kann ich dieser Beziehung nicht absprechen – mit all ihren Höhen und Tiefen."

Privates als Politisches betrachten

Zudem vermutet Waltraud Schade, dass sich das Bild von Alice Schwarzer verändere, wenn man sie an ihren eigenen Ansprüchen messe. Schwarzer äußerte sich nicht zu dem Buch. In ihrer 2011 veröffentlichten Autobiografie "Lebenslauf" hatte sie viel über ihr Privatleben preisgegeben und sich auch geoutet als jemand, der Männer und Frauen liebt. Sie sei aktuell mit einer namentlich nicht genannten Frau glücklich liiert, hatte die Kölner Herausgeberin der feministischen Zeitschrift "Emma" geschrieben.

Foto: Waltraud Schade arbeitet als Autorin und lebt in Berlin. Sie hatte nach eigenen Angaben in den 1970er Jahren eine Liebesbeziehung zu der heute bekanntesten deutschen Frauenrechtlerin.

Autorin Waltraud Schade erhebt in ihrem neuen Buch Vorwürfe gegen die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer und ihr früheres Privatleben.

Quelle: Nils Hasenau/dpa

Schade ist in der Schwarzer-Autobiografie mit keinem Wort erwähnt. Über ihre Zeit in Frankreich und ihre Liebe zu ihrem Pariser Freund Bruno hatte Schwarzer ausführlich berichtet. "Warum blendet sie einen wichtigen und prägenden Teil ihres Lebens in ihrer Autobiografie aus?", fragt Waltraud Schade – sie gehört dem Vorstand des Verbandes deutscher Schriftsteller an. Der Leser solle sich selbst ein Bild machen, ob es ein "Makel" sei, "gleichzeitig in verschiedenen Liebesbeziehungen" zu leben.

Schade zufolge war Schwarzer mir ihr und Bruno zeitgleich zusammen. Die Berlinerin schildert Schwarzer aus ihren Erinnerungen an die Jahre 1972/73 als temperamentvoll, aktiv, forsch, aber auch bedrängend, streng, zornig und getrieben. Sie – Schade – habe sich "unterdrückt, eingeengt und bevormundet" gefühlt. "Ich erinnere daran, dass es Alice Schwarzer war, die verlangt hat, das Private als Politisches zu betrachten (...) Soll Alice Schwarzer nicht an ihrem eigenen Anspruch gemessen werden?"

Von Yuriko Wahl, dpa

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