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Anklage: Hebamme wollte neun Mütter töten

Mord-Prozess in München Anklage: Hebamme wollte neun Mütter töten

Ihre Opfer überlebten nur knapp: Eine Hebamme soll versucht haben, insgesamt neun Frauen während der Entbindung zu töten. Seit Dienstag steht sie deshalb in München vor Gericht.

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Die Hebamme Regina K. soll Frauen bei Kaiserschnitt-Geburten Blutverdünner gegeben haben. Die Patientinnen überlebten nur knapp.

Quelle: Sven Hoppe/dpa

München. Die Staatsanwaltschaft wirft der Hebamme insgesamt sieben Mordversuche vor. Die 34-Jährige soll den Frauen vor Kaiserschnitten blutverdünnende Mittel gegeben haben. Ohne Notoperationen wären die Opfer gestorben, erklärten die Ankläger. In einem Fall soll die heute 34 Jahre alte Hebamme sogar ein Mittel verabreicht haben, das bei Abtreibungen eingesetzt wird. Die Frau war 2014 noch im Kreißsaal der Uniklinik Großhadern verhaftet worden.

Opfer zufällig ausgewählt

Die Frauen waren laut der Anklage Zufallsopfer. "Dabei war der Angeschuldigten die Person der jeweils betroffenen Patientin gleichgültig." Die Fälle ereigneten sich im Krankenhaus im hessischen Bad Soden am Taunus und im Münchner Klinikum Großhadern.

Das Motiv der Frau sei gewesen: "Aufwertung ihres Selbstwertgefühls" und "insgeheime Demonstration einer Überlegenheit". Eine der betroffenen Frauen, die als Nebenklägerin im Gerichtssaal anwesend war, fing bei der Verlesung der Anklage an zu weinen.

Hebamme schweigt

Die Angeklagte äußerte sich am Dienstag nicht zu den Vorwürfen. Vor dem Schwurgericht sagte sie lediglich zu Angaben über ihre Person: "Das ist korrekt." Sie streitet sich außerdem noch mit ihrem letzten Arbeitgeber vor dem Arbeitsgericht. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wehrt sie sich dort gegen die Kündigung und bestreitet die Vorwürfe.

Von den ursprünglich neun angeklagten Fällen stellte das Gericht am ersten Verhandlungstag zwei ein. Es folgte damit einem Antrag der Staatsanwaltschaft, die davon ausgeht, dass die beiden Fälle das mögliche Strafmaß nicht sonderlich beeinflussen. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft München, Thomas Steinkraus-Koch, sprach von "Gründen der Prozessökonomie".

Für den Prozess wurden 52 Verhandlungstage angesetzt, wie die "Bild-"Zeitung berichtet. Der Fall soll mit Hilfe von 94 Zeugen und sechs Sachverständigen geklärt werden.

dpa/wer

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