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"Eine Katastrophe biblischen Ausmaßes"

Hurrikan "Joaquín" "Eine Katastrophe biblischen Ausmaßes"

Der Hurrikan "Joaquín" hat für die schwersten Überflutungen seit Jahren im US-Bundestaat South Carolina gesorgt. Mindestens sieben Menschen starben, mehr als 300.000 sind ohne Strom. Unser US-Korrespondent Stefan Koch berichtet.

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Gefährliche Wassermassen: Die Stadt Greenville im US-Bundesstaat South Carolina ist besonders von den Überflutungen betroffen.

Quelle: South Carolina National Guard

Washington. Von einer Katastrophe biblischen Ausmaßes spricht Gouverneurin Nikki Haley. Präsident Barack Obama hatte bereits am Wochenende ein Notstandspaket unterzeichnet, um Hilfsmaßnahmen schneller in Gang zu setzen: Weite Teile des US-Bundesstaates South Carolina stehen unter Wasser, seit Hurrikan "Joaquín" auf ein Tiefdruckgebiet trifft.

Mit Tränen in den Augen steht Stephen Benjamin vor den Kameras des Senders CNN: "Es ist unvorstellbar! Ganze Straßenzüge sind zerstört, die Menschen verzweifeln." Der Bürgermeister von Columbia appelliert an die Bundesbehörden: "Bitte helfen Sie uns schnell. Wir wissen nicht mehr weiter." Vorsichtshalber wurde in der Nacht zu Montag eine Ausgangssperre für Columbia verhängt.

Die vorläufige Bilanz der Regenstürme ist erschütternd: Sieben Tote wurden bis Montag gezählt, mit weiteren Opfern muss gerechnet werden, da noch unzählige Regionen rund um Columbia nicht zugänglich sind. Nach Auskunft von Gouverneurin Haley sind zurzeit 389 Straßen und 158 Brücken gesperrt. Über 300.000 Menschen haben aktuell keinen Strom. Sogar die Interstate 95, die Hauptverkehrsader an der amerikanischen Ostküste, ist auf einer Länge von fast 100 Kilometern nicht befahrbar.

"Es klingt grotesk, aber wir brauchen dringend Trinkwasser."

Allein am städtischen Flughafen wurde innerhalb weniger Stunden ein Niederschlag von 30 Zentimetern gemessen – eine Rekordhöhe, die in dieser Region beispiellos ist. Das größte Problem sei aber nicht die zum Teil zerstörte Infrastruktur, sondern der akute Wassermangel.

"Es klingt grotesk, aber wir brauchen dringend Trinkwasser. Das Rohrsystem ist in vielen Kommunen beschädigt, und auch die privaten Brunnen funktionieren nicht mehr, da es keinen Strom gibt", so Bürgermeister Stephen Benjamin.

Der Hurrikan "Joaquín" hat für die schwersten Überflutungen seit Jahren im US-Bundestaat South Carolina gesorgt. Die vorläufige Bilanz ist erschütternd. Hunderte Straßen sind gesperrt, viele Menschen von der Außenwelt abgeschnitten.

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Große Einkaufszentren wie Walmart würden ihre Türen geschlossen halten, da die Verkaufsräume und Lagerhallen zum Teil unter Wasser stehen und unzählige Schäden gemeldet wurden.

Wenn Pickup-Trucks zu Treibgut werden

In einigen Vororten von Columbia spielen sich dramatische Szenen ab: Familien flüchten sich angesichts der Wassermassen auf ihre Hausdächer, unzählige Helfer sind mit Booten unterwegs, um Menschen zu helfen, die in ihren Fahrzeugen oder in ihren Wohnungen eingeschlossen sind.

Selbst schwere Pickup-Trucks verwandeln sich in Treibgut, das die Flut mit sich reißt. Einen genauen Überblick über die Schäden besitzen die Behörden nach eigenen Angaben noch nicht. Erste Lagebilder liefern lediglich die mehreren Dutzend Hubschrauber der Nationalgarde, die seit dem Wochenende im Dauereinsatz sind, um auch in abgelegenen Regionen zu helfen.

Krisenmanager verzweifelt

Notfallmanager Christ Denkins vom Kershaw County sagt: "Einmal mehr zeigt sich, wie anfällig unsere moderne Welt ist. Viele Betroffene können noch nicht einmal um Hilfe rufen, da das Stromnetz ausgefallen ist und die Mobiltelefone nicht mehr funktionieren. Es ist fürchterlich."

Die akute Notfallhilfe gilt als größte Herausforderung: Angesichts der gesperrten Straßen und geschlossenen Supermärkte bieten mehrere Kommunen kostenlose Verpflegung an. "Wie lässt sich die Ausgangssperre durchhalten, wenn die Menschen zu Hause nichts mehr zu essen haben?", fragt Krisenmanager Denkins verzweifelt.

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