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Panorama US-Gericht stoppt Hinrichtung
Nachrichten Panorama US-Gericht stoppt Hinrichtung
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23:36 16.09.2015
Zweifel an seiner Schuld: Viele Prominente hatten sich für Richard Glossip eingesetzt. Quelle: afp
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Oklahoma City

Nur Stunden vor der geplanten Hinrichtung hat ein Gericht die Exekution von US-Todeskandidat Richard Glossip gestoppt und um zwei Wochen aufgeschoben. Er hätte an diesem Mittwoch durch eine Giftspritze sterben sollen, doch an seiner Schuld bestehen ganz erhebliche Zweifel. Sein Anwalt brachte vor Gericht neue Beweise vor, die Glossip doch noch entlasten könnten, wie die Zeitung "The Oklahoman" am Mittwoch berichtete.

Glossip hatte vergebens gegen das Exekutionsmittel Midazolam geklagt. Der heute 52-Jährige ist der Anstiftung zum Mord an einem Motelbesitzer mit einem Baseballschläger angeklagt. Zu den neuen Beweisen zählen Aussagen eines ehemaligen Häftlings. Dieser will während seiner Zeit im Gefängnis gehört haben, wie ein anderer Insasse prahlte, Glossip den Mord in die Schuhe geschoben zu haben. Dieser sitzt eine lebenslange Haftstrafe dafür ab, den Mord ausgeführt zu haben, und beteuert aber, Glossip habe ihn angestiftet.

Fish und Chips als Henkersmahlzeit

Glossips Fall war bereits seit dem Jahr 1997 aufsehenerregend. Seine Verteidiger trugen reihenweise entlastende Indizien zusammen, Prominente setzten sich für ihn ein. Unter ihnen war auch Susan Sarandon, die in dem Film "Dead Man Walking" die Aktivistin Helen Prejean spielt, die sich gegen die Todesstrafe einsetzt. Glossip hätte im Staatsgefängnis von Oklahoma in McAlester sterben sollen. Als Henkersmahlzeit hatte er angeblich Fish und Chips sowie einen besonders großen Erdbeer-Shake gewählt.

Mit anderen Todeskandidaten aus diesem Bundesstaat hatte Glossip gegen die Verwendung von Midozalam geklagt, weil es bei anderen zu einem besonders qualvollen Tod geführt hatte. Das höchste US-Gericht entschied jedoch knapp, dass Midozalam nicht gegen das Verbot von besonders grausamer Bestrafung verstößt. Das Beruhigungsmittel wird eingesetzt, weil europäische Unternehmen zuvor das Barbiturat Pentobarbital nicht mehr an die USA geliefert hatten.

Die Todesstrafe ist noch in 31 der 50 US-Bundesstaaten sowie auf Bundesebene erlaubt. Bei vielen Verurteilten stellt sich nachträglich heraus, dass sie unschuldig waren.

Von Martin Bialecki, Frank Fuhrig und Johannes Schmitt-Tegge

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