Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
US-Gericht stoppt Hinrichtung

Aufschub für Todeskandidaten US-Gericht stoppt Hinrichtung

In mehr als der Hälfte der 50 US-Bundesstaaten können Verbrecher mit dem Tod bestraft werden. Immer wieder trifft es Unschuldige, auch im Mordfall Richard Glossip bleiben Fragen offen. Bis zur letzten Minute kämpfen seine Verteidiger, um den Mann vor der Giftspritze zu retten.

Voriger Artikel
Mann fällt Baum mit Feuerwerkskörpern
Nächster Artikel
Junge wegen selbst gebauter Uhr festgenommen

Zweifel an seiner Schuld: Viele Prominente hatten sich für Richard Glossip eingesetzt.

Quelle: afp

Oklahoma City. Nur Stunden vor der geplanten Hinrichtung hat ein Gericht die Exekution von US-Todeskandidat Richard Glossip gestoppt und um zwei Wochen aufgeschoben. Er hätte an diesem Mittwoch durch eine Giftspritze sterben sollen, doch an seiner Schuld bestehen ganz erhebliche Zweifel. Sein Anwalt brachte vor Gericht neue Beweise vor, die Glossip doch noch entlasten könnten, wie die Zeitung "The Oklahoman" am Mittwoch berichtete.

Glossip hatte vergebens gegen das Exekutionsmittel Midazolam geklagt. Der heute 52-Jährige ist der Anstiftung zum Mord an einem Motelbesitzer mit einem Baseballschläger angeklagt. Zu den neuen Beweisen zählen Aussagen eines ehemaligen Häftlings. Dieser will während seiner Zeit im Gefängnis gehört haben, wie ein anderer Insasse prahlte, Glossip den Mord in die Schuhe geschoben zu haben. Dieser sitzt eine lebenslange Haftstrafe dafür ab, den Mord ausgeführt zu haben, und beteuert aber, Glossip habe ihn angestiftet.

Fish und Chips als Henkersmahlzeit

Glossips Fall war bereits seit dem Jahr 1997 aufsehenerregend. Seine Verteidiger trugen reihenweise entlastende Indizien zusammen, Prominente setzten sich für ihn ein. Unter ihnen war auch Susan Sarandon, die in dem Film "Dead Man Walking" die Aktivistin Helen Prejean spielt, die sich gegen die Todesstrafe einsetzt. Glossip hätte im Staatsgefängnis von Oklahoma in McAlester sterben sollen. Als Henkersmahlzeit hatte er angeblich Fish und Chips sowie einen besonders großen Erdbeer-Shake gewählt.

Mit anderen Todeskandidaten aus diesem Bundesstaat hatte Glossip gegen die Verwendung von Midozalam geklagt, weil es bei anderen zu einem besonders qualvollen Tod geführt hatte. Das höchste US-Gericht entschied jedoch knapp, dass Midozalam nicht gegen das Verbot von besonders grausamer Bestrafung verstößt. Das Beruhigungsmittel wird eingesetzt, weil europäische Unternehmen zuvor das Barbiturat Pentobarbital nicht mehr an die USA geliefert hatten.

Die Todesstrafe ist noch in 31 der 50 US-Bundesstaaten sowie auf Bundesebene erlaubt. Bei vielen Verurteilten stellt sich nachträglich heraus, dass sie unschuldig waren.

Von Martin Bialecki, Frank Fuhrig und Johannes Schmitt-Tegge

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Panorama
Familiendrama mit sechs Toten in Österreich

Ein Familiendrama erschüttert Österreich. Eine Frau soll mehrere Angehörige erschossen haben.