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Todeskandidat mit falschem Gift getötet

Zweifel an US-Exekutionsverfahren Todeskandidat mit falschem Gift getötet

Bei der Hinrichtung von Charles Warner im US-Bundesstaat Oklahoma ist ein falsches Mittel gespritzt worden. 18 Minuten kämpfte der 47-Jährige bis zum Herzinfarkt.

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Das Todeszimmer in einem Gefängnis. In diesem Raum werden Todeskandidaten wie Charles Warner (oben) mit einer Giftspritze hingerichtet.

Quelle: dpa

Oklahoma. Erneut hat eine Hinrichtung in den USA schwere Zweifel an den Exekutionsverfahren ausgelöst. Bei der Tötung von Charles Warner im Bundesstaat Oklahoma Mitte Januar durch eine Giftinjektion wurde ein falsches Mittel beigemischt, wie aus einem am Donnerstag veröffentlichten Autopsiebericht hervorgeht. Statt Kaliumchlorid sei Kaliumacetat verwendet worden, heißt es in dem Dokument. Es handelt sich dabei um das dritte, finale Mittel, das den Todeskampf beenden soll.

Charles Warner: "Mein Körper brennt."

Warner wurde 18 Minuten nach Verabreichung der Giftmischung am 15. Januar für tot erklärt. Augenzeugen berichteten zwar, dass der Verurteilte äußerlich keine Anzeichen körperlichen Leidens gezeigt habe; allerdings äußerte er während des Todeskampfs mehrfach "Mein Körper brennt". Laut einer öffentlich zugänglichen Studie des Fachmagazins "Science" können bestimmte Kalium-Derivate Verätzungs- oder Verbrennungsempfindungen auslösen.

Kaliumchlorid kann zu Herzversagen führen, beide Mittel seien jedoch nicht austauschbar. Dem Bericht zufolge trugen die Spritzen, die bei Warners Hinrichtung zum Einsatz kamen, zwar das Etikett "Kaliumchlorid"; die Box mit den Fläschchen zum Aufziehen der Spritzen war jedoch mit "Kaliumacetat" beschriftet.

Die Gouverneurin des US-Bundesstaates Oklahoma, Mary Fallin, hatte Anfang Oktober wegen Zweifeln an der tödlichen Giftmischung die Hinrichtung des Todeskandidaten Richard Glossip in letzter Minute gestoppt. Die Hinrichtung wurde auf den 6. November verschoben, um ebenfalls Fragen zur Verwendung von Kaliumacetat zu klären.

Moratorium für die Vollstreckung von Todesurteilen

Der bei seinem Tod 47-jährige Warner war wegen Vergewaltigung und Mordes an der elfmonatigen Tochter seiner Partnerin verurteilt worden. Ursprünglich hätte er am selben Tag hingerichtet werden sollen wie der Gefangene Clayton Lockett, am 29. April vergangenen Jahres. Dieser hatte bei der Exekution jedoch Qualen erlitten, weil es Probleme bei der Giftinjektion gab. Lockett wand sich 43 Minuten lang im Todeskampf vor Schmerzen, bis er schließlich einen Herzinfarkt erlitt. Daraufhin hatte Oklahoma ein Moratorium für die Vollstreckung von Todesurteilen verhängt.

Europäische Pharmafirmen verweigern den Verkauf

Seitdem hat sich in Oklahoma wenig verändert: Robert Patton, Gefängnis-Direktor in Oklahoma, sagte nach dem Glossip-Fehler. "Wir haben sofort den Lieferanten kontaktiert. Sie waren der Meinung, dass man Kaliumacetat mit Kaliumchlorid austauschen kann." Der Glossip-Fall zeige auch, wie schwer es für die örtlichen Behörden ist, an tödliche Substanzen zu kommen. Sie greifen auf kaum erprobte Mischungen zurück, weil sich europäische Pharmafirmen weigern, das zuvor eingesetzte Betäubungsmittel Pentobarbital zu liefern. Viele der US-Staaten haben bereits fast keine Vorräte mehr.

Eine Reihe von qualvollen Hinrichtungen löste im vergangenen Jahr eine Debatte über die in den USA verwendeten Giftcocktails aus. Nach Angaben des US-Informationszentrums zur Todesstrafe (DPIC) wurden 2014 so wenige Menschen hingerichtet wie seit 20 Jahren nicht mehr.

kst/afp/Guardian

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