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Sechstes Todesopfer nach Hochwasserkatastrophe

Bayern Sechstes Todesopfer nach Hochwasserkatastrophe

Mindestens sechs Tote, mehrere Vermisste und Schäden in dreistelliger Millionenhöhe: Nach der verheerenden Flutwelle in Niederbayern gehen die Aufräumarbeiten auch am Freitag weiter. 

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Nach der Hochwasserkatastrophe in Niederbayern ist die Zahl der Todesopfer auf sechs gestiegen.

Quelle: Angelika Warmuth/dpa

Simbach am Inn. Am Donnerstagabend sei in Simbach am Inn die Leiche eines 65-Jährigen gefunden worden, teilte die Polizei-Einsatzzentrale Niederbayern mit. Der Mann sei identifiziert, die Angehörigen seien informiert worden, berichtete die Passauer Neue Presse. Zuvor war im Ort bereits die Leiche eines 75 Jahre alten Mannes geborgen worden.

Zu diesem Zeitpunkt hatten die Rettungskräfte noch nach drei weiteren Vermissten gesucht. "Da befürchten wir Schlimmeres", hatte Michael Emmer vom Polizeipräsidium Niederbayern gesagt. Am Mittwoch waren bereits vier Tote entdeckt worden.

Das große Aufräumen geht weiter

Nach der verheerenden Flutkatastrophe geht im niederbayerischen Hochwassergebiet das große Aufräumen weiter. Bis in den späten Donnerstagabend waren die Menschen in und um Simbach am Inn damit beschäftigt, die Spuren der Katastrophe zu beseitigen: Scherben von geborstenen Fensterscheiben, zerstörte Häuser - und vor allem Schlamm, überall Schlamm. Normalität ist noch lange nicht in Sicht: Zahlreiche Schulen sollten auch am Freitag geschlossen bleiben, im kleinen Ort Triftern mussten etwa 80 bis 100 Haushalte bereits die zweite Nacht auf Strom verzichten.

Das Wasser kam schnell: Im Landkreis Rottal-Inn in Niederbayern wurden Gemeinden vom Hochwasser überrascht. Hubschrauber mussten Menschen von Häuserdächern retten. Kinder wurden in Schulen und Kindergärten eingeschlossen, tausende Haushalte waren ohne Strom – mindestens vier Menschen starben.

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Mindestens sechs Tote, mehrere Vermisste und Schäden in dreistelliger Millionenhöhe: Einen Tag nach der Flutwelle vom Mittwoch wird erst nach und nach das ganze Ausmaß der Katastrophe klar. Orte wie Simbach am Inn und Triftern sind in weiten Teilen verwüstet, viele Häuser stehen immer noch unter Wasser. Allein im Landkreis Rottal-Inn geht der Sachschaden in den dreistelligen Millionenbereich. Auch im Landkreis Passau gibt es große Schäden.

Mehrere Menschen werden vermisst

Mehrere Menschen wurden auch am Donnerstagabend noch vermisst. Unter den Toten sind auch drei Frauen im Alter von 28, 56 und 78 Jahren. Es handele sich um Tochter, Mutter und Großmutter, berichtete die Polizei. Die vierte Tote ist eine 80-Jährige. Ihr Haus in Untertürken wurde von der Gewalt der Wassermassen zum Einsturz gebracht. Die Leiche der Frau wurde einige Kilometer weiter in Julbach in einem Bachbett entdeckt. Am Donnerstag fanden Taucher die Leiche eines 75-Jährigen in seinem Haus in Simbach.

Die ganze Macht der Flutwelle verdeutlichte am Donnerstag das Umwelt-Landesamt. Binnen eines halben Tages sei im besonders schwer getroffenen Simbach das gleichnamige Flüsschen von einem halben Meter auf mehr als fünf Meter angeschwollen. 5,06 Meter waren es schließlich - dies habe "bei weitem jeden bisher beobachteten Wasserstand" übertroffen, erklärte eine Sprecherin.

Stromversorgung weitgehend intakt

Immerhin gab es am Donnerstagabend einen ersten Lichtblick: Der Netzbetreiber Bayernwerk vermeldete, im Hochwassergebiet sei die Stromversorgung weitgehend wieder intakt. Nur in Triftern mussten rund 100 Haushalte auch die Nacht zum Freitag ohne Strom auskommen. Am Mittwochabend waren laut Polizei in dem Hochwassergebiet noch rund 10 000 Haushalte ohne Strom gewesen.

Im besonders betroffenen Landkreis Rottal-Inn riefen die Behörden zu einem vorsichtigen Umgang mit Trinkwasser auf. Betreiber und Nutzer von eigenen Wasserversorgungsanlagen sowie kleiner Gemeinschaftsanlagen sollten Trinkwasser nur in abgekochtem Zustand verwenden, teilte das Landratsamt Rottal-Inn am Donnerstagabend mit.

dpa/RND

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