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China verbietet die Homo-Ehe

Gerichtsurteil China verbietet die Homo-Ehe

Dass homosexuelle Paare heiraten dürfen ist nicht überall selbstverständlich. China ist eines der Länder, das für die Homo-Ehe noch nicht bereit ist. Zu dem Urteil kam ein Gericht im Schnellverfahren. Nur Männer und Frauen könnten heiraten.

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Der 26-jährige Sun Wenlin (rechts) hatte in China auf Zulassung der Homo-Ehe geklagt. Doch das Gericht wies die Klage zurück.

Quelle: dpa

Changsha. Ein chinesisches Gericht hat die erste Klage eines schwulen Paares auf Zulassung der Homo-Ehe in China zurückgewiesen. Nur Männer und Frauen könnten heiraten, argumentierte das Furong Bezirksgericht von Changsha in der zentralchinesischen Provinz Hunan am Mittwoch.

"Wir sind sehr unzufrieden mit dem Urteil", sagte der 26-jährige Kläger Sun Wenlin der Deutschen Presse-Agentur. "Ich werde in Berufung gehen." Seine Klage ermutige jedoch die Gemeinde der Schwulen und Lesben in China, die häufig in Anonymität lebten. Der Name Sun Wenlin ist ein Pseudonym, das sich der Kläger selbst zugelegt hat.

Juristen nicht überrascht vom Urteil

Sun Wenlin wehrt sich dagegen, dass sich das Standesamt von Changsha geweigert hatte, seinen Antrag auf Eheschließung mit seinem Lebensgefährten zu akzeptieren. Das Gericht ließ die in China bislang einmalige Klage zu, beschäftigte sich in der Anhörung aber nur sehr kurz mit dem Fall, bevor es überraschend das Urteil verkündete.

"Wie viele Anwälte und Juristen habe ich das Ergebnis erwartet", sagte sein Anwalt Shi Fulong der dpa. "Aber ich hätte nicht gedacht, dass sofort eine Entscheidung verkündet würde." Mehr als 200 Unterstützer versammelten sich vor dem Gericht und feuerten Sun Wenlin an, der mit seinem Freund und seiner Mutter ins Gericht ging. "Einige meiner Freunde sagten mir, dass mein Fall sie ermutige, auch wenn sich viele weiter nicht trauen, zu ihrer Homosexualität zu stehen", sagte der 26-Jährige. "Es ist nicht einfach für einen Schwulen, sich zu erkennen zu geben."

Klage soll Aktivister ermutigen

In seiner Klage argumentierte Sun Wenlin, dass Chinas Heiratsgesetz nicht ausdrücklich vorsehe, dass Ehen nur zwischen Männern und Frauen geschlossen werden könnten. Vielfach wurde begrüßt, dass die Klage überhaupt erstmals zugelassen wurde. "Auch wenn wir verloren haben, ist der Fall doch bedeutsam", sagte Anwalt Shi Fulong. "Es ist die erste Klage auf Zulassung gleichgeschlechtlicher Ehen in China."

"Die Legitimierung der Homo-Ehe kann nicht mit einer Klage erreicht werden", sagte der Anwalt, der schon andere kontroverse und politisch heikle Fälle vertreten hat. "Wir werden in Zukunft weiterkämpfen müssen." Die Klage sei aber positiv und werde andere Aktivisten ermutigen. "Die junge Generation ist mutig genug, um sich selbst zu verwirklichen und für ihre Rechte zu kämpfen."

Homosexualität galt lange als Geisteskrankheit

Bis 1997 galt Homosexualität in China noch als Verbrechen und wurde erst 2001 von der amtlichen Liste der Geisteskrankheiten gestrichen. In großen Metropolen wie Peking und Shanghai haben sich Gemeinschaften von Schwulen und Lesben in Bars und anderen Treffpunkten sowie Unterstützungsgruppen gebildet. Doch viele leben in der Anonymität, weil chinesische Familien nach dem konfuzianischen Wertesystem von ihren Kindern erwarten, dass sie heiraten und den Familienstamm fortsetzen.

Aus Rücksicht auf ihre Eltern heiraten nach Schätzungen rund 80 Prozent der Homosexuellen in China und leben ihre Sexualität nur im Verborgenen aus. Zumindest solange Homosexualität nicht in ihren Familien vorkommt, scheint die Toleranz in der Bevölkerung aber groß zu sein. In einer Umfrage von 2014 unterstützten fast 85 Prozent von 921 Befragten grundsätzlich die Homo-Ehe, während nur 2 Prozent dagegen und 13 Prozent "unsicher" waren, berichtete die Zeitung "Global Times".

Von Andreas Landwehr (dpa)

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