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Illegales Autorennen: Ermittler sprechen von Mord

Mönchengladbach Illegales Autorennen: Ermittler sprechen von Mord

Die Fälle häufen sich. Ein illegales Autorennen hat am Sonnabend in Mönchengladbach einen Fußgänger das Leben gekostet. Der flüchtige zweite Fahrer wurde mittlerweile ermittelt, am Nachmittag dann ein dritter Tatbeteiligter festgenommen. Am Montag startete in Saarlouis ein Prozess um ein illegales Rennen, bei dem eine 14-Jährige ums Leben gekommen war.

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Opferzahl steigt auf 79 Tote an

Ein Polizist untersucht das Autowrack an der Unfallstelle.

Quelle: dpa

Mönchengladbach. Nach dem illegalen Autorennen mit einem Toten in Mönchengladbach vom Sonnabend hat die Polizei zwei weitere mutmaßliche Raser (22, 25) ermittelt. „Der Fall ist geklärt“, sagte eine Polizeisprecherin am Montagmorgen. Der zweite Unfallbeteiligte sei am Montagvormittag ermittelt worden, ein dritter wenige Stunden später.

Ermittler bewerten die Tat als Mord

„Die Tat wird als Mord bewertet“, erklärte die Polizei. Es werde geprüft, ob die drei Männer einem Haftrichter vorgeführt werden. Die Ermittlungen seien umfangreich. Unter anderem werden Videoaufnahmen ausgewertet. „Zeugen berichten, dass die Fahrer immer wieder versuchten, sich gegenseitig zu überholen“, hatte Polizeisprecher Jürgen Lützen gesagt. Auf einer vierspurigen Straße, auf der nur Tempo 40 gefahren werden darf, soll der 28-Jährige mit überhöhter Geschwindigkeit auf die Fahrbahn des Gegenverkehrs gefahren sein. Dort wollte ein 38 Jahre alter Mann die Straße überqueren. Der Fußgänger wurde beim Zusammenprall mit dem Auto so schwer verletzt, dass er noch an der Unfallstelle starb. Am Montag waren auf der Fliethstraße noch die Markierungen der Spurensicherung zu sehen. Ein Holzkreuz, Blumen und Kerzen erinnern an den Tod des Mannes.

In Saarlouis starb ein 14-jähriges Mädchen

In der Vergangenheit hat es in Deutschland immer wieder schwere Unfälle bei illegalen Autorennen gegeben. An diesem Montag beginnt in Saarlouis im Saarland der Prozess um ein mutmaßliches illegales Rennen, bei dem eine 14-Jährige ums Leben gekommen war. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, im August 2016 mit seinem Wagen nahe Überherrn in eine Gruppe Jugendlicher gerast zu sein. Dabei wurden eine 14-Jährige getötet und ein 16-Jähriger schwer verletzt. Laut Staatsanwaltschaft fuhr der Angeklagte die kurvenreiche Strecke „wie ein Rennfahrer“. Der Mann hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert.

In Köln wurde eine Studentin Opfer eines Autorennens

Vor dem Bundesgerichtshof wird derzeit ein Fall verhandelt, bei dem 2015 eine 19-jährige Studentin mitten in der Kölner Innenstadt ums Leben kam. Zwei junge Männer hatten sich zu einem Rennen an den Rheinterrassen verabredet. Statt mit 50 Stundenkilometern rasten sie mit teilweise 90 Km/h durch die Stadt. Einer von beiden verlor schließlich die Kontrolle über sein Fahrzeug, schlitterte auf die Gegenfahrbahn und traf die Studentin, die auf dem Fahrrad unterwegs war. Sie erlag wenig später ihren Verletzungen im Krankenhaus.

Maas fordert härtere Strafen

Nach dem illegalen Autorennen in Mönchengladbach hat Justizminister Heiko Maas (SPD) erneut härtere Strafen gegen Teilnehmer solcher Straßenwettkämpfe gefordert. „Das sind keine Bagatellen, das muss härter geahndet werden“, sagte Maas der „Rheinischen Post“. „Angesichts der Entwicklung auf unseren Straßen halte ich es für vernünftig, dass wir rasch gesetzlich reagieren“, betonte er. Zuvor hatte auch NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) schärfere Strafen gefordert.

„Rennen sind wie eine Sucht“ – Nico Klaasen, Aussteiger aus der Szene, im Interview.

Von nl/RND/dpa

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