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Zeugen beschweren sich über den Gestank

Prozess um Kündigung eines Rauchers Zeugen beschweren sich über den Gestank

Das Düsseldorfer Landgericht muss entscheiden, ob einem Raucher die Wohnung gekündigt werden darf. Der Gestank sei ekelhaft, sagen Zeugen. Aber stammt der Qualm überhaupt von dem Mieter?

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Das Landgericht Düsseldorf muss entscheiden, ob der Raucher Friedhelm Adolfs seine Nachbarn mit Zigarettenqualm unzumutbar belästigt hat.

Quelle: Rolf Vennenbernd/dpa

Düsseldorf. Der spektakuläre Streit um die Düsseldorfer Mietwohnung von Raucher Friedhelm Adolfs (77) geht in die entscheidende Phase. Die Richter am Landgericht in Düsseldorf wollen zwölf Zeugen hören, um dann an einem späteren Termin zu entscheiden, ob der Raucher seine Nachbarn in einem Düsseldorfer Mehrparteienhaus mit Zigarettenqualm unzumutbar belästigt hat. In dem Fall müsste er seine Wohnung räumen.

Am Montag berichteten mehrere Nachbarn von starkem Rauchgestank in dem Mehrparteienhaus. "Das ist ekelhaft, widerlich", sagte ein Immobilienmakler, der im Haus sein Büro hat und für die Vermieterin tätig ist. Auch mehrere Mietinteressenten für das Haus hätten den Geruch beklagt. Ein Freund des starken Rauchers berichtete dagegen, Besucher anderer Mieter hätten im Hausflur geraucht. Adolfs habe immer gelüftet.

Dem 77-Jährigen droht nach mehr als 40 Jahren der Rauswurf aus seiner Wohnung, weil er die Nachbarn unzumutbar mit Qualm belästigt haben soll. Der Bundesgerichtshof hatte den Fall an das Landgericht Düsseldorf zurückverwiesen und eine umfassende Beweisaufnahme angemahnt. Der Fall beschäftigt die Justiz bereits seit 2013.

dpa

Auch in anderen Fällen entschieden schon Gerichte darüber, was Raucher in ihrer Wohung dürfen. Einige Beispiele:

  • Raucher können dazu verpflichtet werden, nur zu bestimmten Zeiten auf dem Balkon zur Zigarette zu greifen, entscheidet 2015 der Bundesgerichtshof. Voraussetzung ist, dass der Rauch als "wesentliche Beeinträchtigung" empfunden wird.
  • 2013 verbietet das Amtsgericht Frankfurt/Main einem Wohnungsbesitzer das Rauchen auf einem Balkon, der unter dem Schlafzimmerfenster des Klägers liegt. Dieser hatte argumentiert, der Qualm beeinträchtige seine für guten Schlaf notwendige Frischluft. Der Raucher hätte auch auf einem zweiten Balkon seiner Wohnung paffen können.
  • Das Amtsgericht Stuttgart gesteht 1997 einer Familie wegen der Belästigung durch Tabakrauch im Haus eine Mietminderung um 20 Prozent zu. Es sieht aber keinen Grund für eine fristlose Kündigung des Mietvertrags seitens der Familie. Im Berufungsverfahren entscheidet dann das Landgericht: Wird der Mangel nicht beseitigt, ist eine Kündigung rechtens. Der Rauch sei eine "erhebliche Störung".
  • Das Landgericht Stuttgart gibt 1992 einer rauchenden Mieterin recht, die sich gegen die Kündigung der Wohnung gewehrt hatte. Begründung der Richter: Rauchen in der Wohnung ist generell erlaubt, wenn es nicht ausdrücklich im Mietvertrag verboten ist.
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