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Panorama Video zeigt Festnahme von "El Chapo"
Nachrichten Panorama Video zeigt Festnahme von "El Chapo"
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20:21 12.01.2016
Einsatzkräfte haben das unscheinbare Haus in Los Mochis gestürmt, in dem sich Joaquín "El Chapo" Guzmán versteckt hielt. Quelle: dpa
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Los Mochis

Es zeigt, wie Sondereinheiten am Freitag im Morgengrauen Guzmáns Versteck in der Küstenstadt Los Mochis in seinem Heimatstaat Sinaloa stürmen und - schon wieder - nur auf einen Tunnel treffen. Auf den Videoaufzeichnungen ist zu sehen, wie die Marinesoldaten Rauchgranaten werfen und mit ihren Sturmgewehren schießen, während sie Zimmer für Zimmer nach dem Drogenboss absuchen. Es kommt zu heftigen Schusswechseln, gleich zu Beginn wird einer der Soldaten verletzt. Während er auf dem Boden liegt, versucht ein Kamerad ihn zu beruhigen und zu behandeln, zugleich geht rund um ihn die Fahndung weiter.

Fünf Leibwächter erschossen

Bei ihrer hektischen und gefährlichen Suche treffen die Soldaten auf eine im Badezimmer versteckte Frau. Auf die Frage, wo Guzmán sei, erwidert sie nur verstört, "ich weiß es nicht". Als sich der Rauch verzogen hat, sind fünf bewaffnete Vertraute des Drogenbosses tot und sechs weitere festgenommen - doch von Guzmán selbst und seinem Sicherheitschef Orso Iván Gastélum fehlt jede Spur.

In der Küche steht verdorbenes Essen

Reporter, die das Haus besichtigen durften, konnten sich ein klares Bild von den dramatischen Szenen machen: Am Eingang und in einem weiteren Raum sind noch Blutspuren zu sehen, Einschusslöcher zeugen von den Kämpfen mit Guzmáns Leibwächtern, in der halb zerstörten Küche steht verdorbenes Essen, das noch am Vorabend der Razzia geliefert worden war.

Verdorbenes Essen auf dem Küchentisch: Das Bild zeigt das Chapo-Versteck nach der Stürmung von Spezialeinsatzkräften. Quelle: dpa

Hinter einem Spiegel verbirgt sich der Tunnel

Von Anfang an suchten die Soldaten laut Regierung neben Guzmán auch nach einem Tunnel - der Verdacht lag nahe, dass der Drogenboss wie schon bei seiner spektakulären Gefängnisflucht im Juli durch einen unterirdischen Fluchtweg entkommen war. Selbst den Kühlschrank rückten die Soldaten auf ihrer Suche von der Wand ab. In einem feuchten Schlafzimmer wurden sie schließlich fündig: Hinter einem Spiegel verbarg sich eine Tür, durch die der "König der Tunnel" zum - vorläufig - letzten Mal entkommen war.

Kanalsystem für Hochwasser als Fluchtweg

Der Tunnel ist 20 Meter lang, gut ausgeleuchtet und hüfthoch mit braunem Wasser geflutet. Er endet vor einer Stahltür, die sich nach Angaben der Behörden zu einem unterirdischen Kanalsystem für Hochwasser öffnet. Nach rund einem Kilometer in dem Kanal kamen Guzmán und sein Sicherheitschef wieder an die Oberfläche - um kurze Zeit später in einem gestohlenen Wagen endgültig geschnappt zu werden.

Nun wartet der Drogenboss im selben Hochsicherheitsgefängnis, aus dem er im Juli geflüchtet war, auf seine mögliche Auslieferung in die USA. Das dürfte aber dauern. Der Chef des Sinaloa-Kartells kann noch eine Reihe von Rechtsmitteln gegen seine Auslieferung einlegen.

Der "Rollings Stone" veröffentlicht Video mit Drogenboss

Unterdessen hat das US-Magazin "Rolling Stone" das vollständige Interview mit dem mexikanischen Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán veröffentlicht. "Wenn ich einmal nicht mehr da bin, wird der Drogenhandel nicht abnehmen", sagt der Chef des mächtigen Sinaloa-Kartells in dem 17-minütigen Video, das das Magazin am Dienstag auf seine Internetseite stellte.

Zuvor war lediglich ein Auszug veröffentlicht worden. "El Chapo" spricht über seine Familie, seine Kindheit, über Drogenhandel und Drogensucht. Er bleibt dabei recht allgemein und stellt sich als einfachen und friedliebenden Mann dar, der durch die Armut in das Drogengeschäft gezwungen worden sei. Die Schauspieler Sean Penn und Kate de Castillo hatten sich im Oktober vergangenen Jahres mit dem damals flüchtigen Kartellchef getroffen. Das Video mit schriftlich eingereichten Fragen wurde später aufgezeichnet.

Ermittlungen gegen Sean Penn und Kate de Castillo

Wegen des Treffens mit Guzmán ermittelt Mexikos Staatsanwaltschaft gegen die beiden Schauspieler. De Castillo war über ein geplantes Filmprojekt mit "El Chapo" in Kontakt gekommen. Sollte Geld geflossen sein, könnte sie sich als US-Bürgerin strafbar gemacht haben. Weil Guzmán auf der schwarzen Liste des US-Finanzministeriums steht, dürfen Amerikaner keine Geschäfte mit ihm machen.

dpa/afp/so

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