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Panorama Immer mehr Anzeigen nach Übergriffen in Köln
Nachrichten Panorama Immer mehr Anzeigen nach Übergriffen in Köln
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09:35 06.01.2016
In der Silvesternacht sind rund um den Kölner Hauptbahnhof Frauen massiv sexuell belästigt und ausgeraubt worden. Quelle: dpa
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Köln

Die massiven Übergriffe auf zahlreiche Frauen in der Silvesternacht rund um den Kölner Hauptbahnhof haben bundesweit Entsetzen und Rufe nach Konsequenzen hervorgerufen. In der Domstadt begann am Dienstag ein Krisentreffen mit der Polizei, das Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) angesetzt hatte. In erster Linie seien Kölner Polizei und Bundespolizei in der Pflicht, die Maßnahmen ergreifen müssten, um solche "ungeheuerlichen Vorfälle" künftig zu verhindern, sagte Stadtsprecher Gregor Timmer der dpa.

Bis Dienstagmittag stieg die Zahl der Anzeigen laut Polizei auf etwa 90. Seit Montag seien noch einmal 30 neue Anzeigen hinzugekommen, sagte ein Sprecher der Kölner Polizei am Dienstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). "Wir gehen davon aus, dass noch weitere hinzukommen", sagte er. Zum Teil gehe es um sexuelle Übergriffe, zum Teil um Taschendiebstähle. Die Polizei versuche nun, die Berichte zu ordnen und Videomaterial auszuwerten. Bislang gebe es noch keine Festnahmen konkret zu den Vorkommnissen in der Silvesternacht auf dem Domplatz.

Gleichzeitig wurden Berichte über ähnliche Vergehen in Hamburg bekannt. Auf der Großen Freiheit auf St. Pauli sollen ebenfalls mehrere Männergruppen Frauen begrapscht, eingekesselt und einige von ihnen ausgeraubt haben. Hier ist das Ausmaß allerdings weit geringer als in Köln: Bislang wurde in sechs Fällen Anzeige erstattet.

CDU-Politiker fordert gesellschaftlichen "Aufschrei"

Die Geschehnisse in Köln werden auch von der Politik aufgegriffen. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) sprach auf Twitter von "abscheulichen Übergriffen", alle Täter müssten konsequent zur Rechenschaft gezogen werden. Der CDU-Politiker Jens Spahn forderte via Twitter einen gesellschaftlichen "Aufschrei".

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker machte unmittelbar vor dem Krisentreffen deutlich, dass sie vor allem die Polizei gefordert sieht. "Die Oberbürgermeisterin kann und wird nicht akzeptieren, dass sich hier ein rechtsfreier Raum bildet", sagte Sprecher Timmer. Schon Anfang Februar werden zu Weiberfastnacht und Rosenmontag Hunderttausende Besucher in Köln erwartet. Die Stadtspitze werde nicht zulassen, dass Menschen, die in die Domstadt kommen, Opfer von Übergriffen würden. Reker und Polizeipräsident Albers wollten sich am Nachmittag zu den Ergebnissen des Treffens äußern.

Kritik am Polizeieinsatz

Nach Polizeiangaben sollen alle verfügbaren Einsatzkräfte in der Nacht vor Ort gewesen sein. Das seien in Spitzenzeiten insgesamt rund um den Hauptbahnhof gut 210 Beamte gewesen.

Es gibt aber weiter Kritik und viele offene Fragen zu dem Einsatz. So verlangt der Chef der NRW-Grünen, Sven Lehmann: "Aufgeklärt werden muss auch, warum die Polizei in Köln erneut von einer aggressiv auftretenden Menschenmenge derart überrascht wurde." Zudem stellte er klar: "Gewalt und Übergriffe müssen tabu sein. Egal, welchen Pass die Täter bei sich tragen."

dpa/zys/epd

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